Oefele, Franz Ignatz, Maler, wurde 1721 zu Posen geboren, und zu Landsberg (Bayern ) von S. Maier in den Anfangsgründen der Kunst unterrichtet, bis er zu B. von Götz kam, und endlich zu B. A. Albrecht in München . Hierauf suchte er bei verschiedenen bayerischen Künstlern Condition, bis er sich so viel erworben hatte, nach Italien reisen zu können, und nun ging er nach Venedig , wo ihn Giuseppe Nogari aufnahm. Hier studierte er unter Leitung dieses Meisters sechs Jahre lang nach den Werken der besten venetianischen Meister, setzte dann in Rom zwei Jahre auf ähnliche Weise seine Studien fort, bis er endlich mit dem Rufe eines geschickten Künstlers nach München zurückkehrte. Hier ernannte ihn Churfürst Maximilian III. zum Hofmaler , und als dieser Fürst die Akademie der Künste gründete, wurde Oefele Professor derselben. Jetzt jagte er mit Liebe dem Unterrichte ob, und benutzte jede übrige Minute für den eigenen Erwerb, konnte es aber doch zu keinem reichlichen Auskommen bringen. Die Zeitverhältnisse waren damals für die Kunst ungünstig, die Kriegsjahre forderten grosse Zinsen, und statt wie früher die Wände mit Gemälden zu überhängen, fing man jetzt an, kostbare Tapeten auszuspannen. Dann war Oefele’s Leben zu alltäglich, er suchte sich nicht geltend zu machen, glaubte seine Werke müssten für ihn sprechen. Und wirklich hat dieser Künstler viel Besseres geleistet, als mancher seiner gepriesenen Zeitgenossen. Seinen Köpfen fehlt es nicht an Ausdruck, er sah auf Schönheit der Form, und auch in Zeichnung und Färbung leistete er Gutes. Den Vergleich mit den Werken der neueren Kunst halten seine Werke freilich nicht vollkommen aus. Man findet Altarblätter von seiner Hand, Bildnisse und Staffeleigemälde. Mehrere solcher Werke besass der Herzog Clemens von Bayern. In der Sakristei der Stiftskirche zum Heil. Cajetan zu München ist das lebensgrusse Kniestück der Churfürstin Adelheit, in der Klosterkirche zu Polling sieht man mehrere Altarblätter von ihm, und andere Bilder wurden aus zerstörten Kirchen und Klöstern zurückgestellt. Das Altarblatt der Probstei Mattikofen mit der Himmelfahrt Mariä hat A. Seidel radirt, und Jungwirth stach die Büste eines Alten, und die Geisslung Christi, in Schleissheim ist sein im 73. Jahre gemaltes Bildnis. Im Jahre 1797 starb der Künstler, und hinterließ nichts, als seine arme Familie. Der bekannte Schriftsteller Oefele war sein Vetter. Oefele hat auch in Kupfer radirt.
Jesus mit der Samariterin am Brunnen, mit dem Monogramme rechts unten. Nach einem Altarbilde, kl. fol.
Ecce homo, von einem Henker und etlichen Soldaten umgeben, Kniestücke, unten nach links das Monogramm, kl. fol.
Die Tochter des Dibutades zu Corinth zeichnet den Schatten ihres Geliebten an die Wand. J. Oefele inv. et fecit. München. 1760. Unten: Artis … fovet, gr. qu. fol.
Der heilige Joseph mit dem Jesuskind, gut radirtes Blättchen.
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