Oechs, Joseph Dominicus, Maler, geboren zu Erbach bei Ulm
1776, gestorben zu Mitau 1830. Dieser vorzügliche, aber in
Deutschland wenig bekannte Künstler war der Sohn eines unbe-
dienten Landmannes, und er selbst brachte seine frühere Jugend
unter ländlichen Beschäftigungen zu, bis ihn endlich der ältere
Bruder Anton, der in Regensburg als Maler lebte, 1788 zu sich
nahm, und in der Malerei unterwies. Nach drei Jahren brachte
ihn Anton Oechs nach Nürnberg zu einem Porzellanmaler Namens
Carl Frost; allein der Jüngling hatte keine Lust zur Schmelzma-
lerei, und beschränkte sich desswegen lieber noch auf die Kunst
in Miniatur zu malen, da ihm seine Verhältnisse nicht erlaubten,
sich in der Ölmalerei auszubilden. Von 1791 bis 1797 malte er viele
Bildnisse in Miniatur , und hatte damit so viel erworben, dass er
jetzt zu seiner weiteren Ausbildung eine Reise unternehmen konnte.
Nach einigem Aufenthalte in Bamberg und Erfurt kam er endlich
nach Dresden , wo sich die Professoren A. Graff und Klengel sei-
ner freundlich annahmen, auch Riedel und andere treffliche Mei-
ster gingen ihm mit Rath an die Hand, und so verließ er
dankbaren Erinnerungen jene Stadt. Er begleitete damals den
kurländischen Edelmann H. von Kleist nach Kurland , welches auch
unser Künstler im Verlaufe von mehr als 30 Jahren liebgewonnen
hatte. Er verlebte jetzt den größten Teil seines Lebens in Mitau.
tau, und nur abwechselnd machte er Reisen nach Riga , St. Petersburg , Berlin und Dresden. Oechs wurde 182% am Gymnasium in Justre zu Mitau als Zeichenlehrer angestellt, erhielt auch den Titel eines Rathes, und als er mit Tod abgegangen war, zeigte es sich, dass man in ihm den Menschen wie den Künstler liebte und achte,,
Oechs war ein trefflicher Portraitmaler, in Miniatur und in Öl.
Er wusste seinen Bildnissen vollkommene Ähnlichkeit zu verleihen, und dann ist er auch in technischer Hinsicht ausgezeichnet zu nennen. Bötticher (Notizenblatt 3822 No. 17) rühmt seine Miniaturen, vor allen den Eulenbeck nach Tieck’s Novelle. Doch Oechs hat auch größere Bilder in Öl gemalt; neben andern Christus und die Samariterin am Brunnen, und ein Altargemälde mit Christus, der den Blindgeborenen heilt, ist in der Kirche zu Mitau. Das Provincialmuseum verdankt ihm die meisterhaften Copien der Bildnisse sämtlicher Herzöge von Curland und deren Gemahlinnen in Öl. V ;
Schobert in Mitau hat sein von ihm selbst gezeichnetes Bildnis lithographirt.
Oechsel, Leonhard s. Oechs.
Oechs, Leonhard s. Oechsel.
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