Nusspammer, Michael, Bildhauer, geboren zu Schörstadt, einem kärntnerischen Weiler, 1792, verlebte als der Sohn eines armen Kleinhäuslers seine Knabenjahre als Schafhirt in der größten Ein- samkeit auf den höchsten Alpen ; aber der Götterfunke des Genies schritt auch in der weitesten Entfernung von allem menschlichen Beistand, bei gänzlichem Mangel an Mitteln, ja selbst unter Hin- dernissen und Gefahren, immerfort seiner Entwicklung entgegen. Sein Brodmesser wurde sein Meißel. Er schnitt Gestalten in Bäume und schnitzte Figuren aus Holz, fest entschlossen ein Bildhauer zu werden. Aber bei seiner Dürftigkeit fehlten ihm die Mittel, die Lehrzeit auszuhalten, und seine Angehörigen, in der Über- zeugung, diese Liebe für Kunst führe ihn geradeswegs zu Hun- der und Kummer, thaten alles Mögliche, ihm diese Grillen aus dem Sinne zu schlagen. Sie brachten ihn zu einem Postmeister , wo Nusspammer vier Jahre diente, und nicht unterließ, selbst im Stalle mit der Kohle zu zeichnen.
Endlich kam er durch Hilfe des geschätzten Pfarrers X. Pirker zum Bildhauer Köfler zu Oberdrauburg in die Lehre, musste aber in der Kriegszeit von 1800 vor der Conscription fliehen, und kam 1812 nach Wien, wo er hilfreiche und gastliche Aufnahme fand. Von den verewigten Direktoren Zauner und Fischer an der Akademie der bildenden Künste aufgenommen, besuchte Nusspammer diese Anstalt mit anhaltender Emsigkeit, und er fand an dem Di- rektor Klieber einen väterlichen Freund, dem er die ganze Aus- bildung seines keimenden Talents schuldig ist. In den Jahren 1819 und 20 war der grosse kaiserliche und Reichliche Preis an der Akademie aufgegeben. Um beide trat Nusspammer als Mitwerber auf. Die Aufgabe war: Wie Othryades aus der Argiver und Spartaner wütendem Verfolgungskampf allein übrig geblieben, sterbend die Siegesbotschaft auf seinen Schild schreibt, damit nicht etwa die Feinde sich des Vortheils rühmten. Die zweite Aufgabe hatte die Darstellung von Cephalus und Procris zum Gegenstande, und beide erhielten, jene den kaiserlichen, diese den Reichlichen Preis. Eine andere anmutige Gruppe ist: Minerva, die Kunst in ihren Ur-Anfängen bei den alten Egyptern dem Genius Hellas zur weiteren Ausbildung übergebend. Übrigens verfertigte Nuss-
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