Normand, Carl Peter Joseph, Architekt , Zeichner und Kupferstecher , wurde 1764 zu Goyencourt (Somme ) geboren, und in der Zeichenschule des M. Thierry erhielt er den ersten Unterricht. Hierauf nahm sich Gizors seiner an, und da sich bei ihm Talent und Fleiß paarten, so musste er sich bald bemerkbar machen. Im Jahre 1701 erhielt er den zweiten großen Preis der Architektur, im folgenden Jahre den ersten, und jetzt ward es ihm vergönnt, als Pensionär der Akademie in Rom seine Studien fortzusetzen. Normand that dies mit dem glücklichsten Erfolge und in mannigfacher Weise. Vertraut mit jener Gattung der Ornamentik, in welcher Rafael die Loggien des Vatikans bereicherte, und aus angeborner Neigung zur Antike gezogen, compoonirte er mit vollkommener Leichtigkeit, zeichnete die Figur mit einer unter Architekten ungewöhnlichen Reinheit, und fing auch bereits in Rom an, seine Erfindungen in Kupfer zu radiren. Das erste in dieser Art bildet eine Fülle von Arabesken und Ornamenten in Umrissen, und überhäuft mit Arbeiten dieser Gattung, war er jetzt gezwungen, auch fernerhin einen Kunstzweig zu üben, den er gleichsam selbst geschaffen hatte. Er bereitete dadurch der Kunst einen wesentlichen Nutzen, da durch seine Radirungen derselben eine unzählige Menge von Gegenständen zuflossen, welche größtenteils verloren gegangen wären. Wir haben von ihm wenigstens 7000 Stiche im Umrisse, theils in das Gebiet der Malerei und Sculptur, theils in jenes der Architektur und Ornamentik gehörig. Sie sind in verschiedenen Werken zerstreut, wie in den Annales du Musée, in Les Vies des peintres par M. Landon, in Le Parallèle de l'architecture de M. Durand, in den Decorationswerken von Percier, Fontaine u. s. w.. Zahlreich sind auch die Blätter, die von ihm gezeichnet, sich in seinen eigenen Werken befinden, und welche wir hier der Reihe nach folgen lassen, nebst einem Anhange von Kupferstichen, die sich durch ihren Umfang und durch ihren Reichtum auszeichnen.
Ornements, arabesques, meubles, frises etc., in Rom hieraufsvorweise begonnen, und 1803 vollendet, 36 Blätter mit Text, kl. fol.
Recueil varié de plans et de façades de maisons de ville et de campagne, mit 10 Frontispicen vor eben so vielen Abteilungen der Details, aus welchen die Fassaden bestehen, 65 Blätter mit Text, 1814, fol.
Nouveau parallèle des ordres d’architecture des Grecs, des Romains et des auteurs modernes, Ouvrage Clementaire et classique in 65 Blättern mit Text, 1810, fol.
In deutscher Sprache haben wir dieses Werk von M. H. Jacobi: Vergleichende Darstellung architektonischer Ordnungen etc. Potsdam 1830. Die Fortsetzung lieferte der Architekt J. M. Mauch in Berlin. S. diesen.
- Le Vignole des ouvriers,: die fünf Säulenordnungen und meh-
rere Plane enthaltend, 1821, in 4. Der zweite Teil erschien 1823, und dieser enthält die Construction der Gebäudc.
Le guide de l'Ornementiste, ou de l’ornement pour la decoration des batimens etc., Paris 1826, kl. fol.
Le Vignole des architectes, eine Übersetzung des Originals mit Bemerkungen, 1827, in 4.
Die Deuxieme partie du Vignole des architectes, mit den zierenden Theilen der Säulenordnungen, erschien 1828, 4.
Methode abrégée du tracé des ombres dans l’architecture, ein Teil zum Vignola, 1827, 4.
Das Wunder mit den fünf Broden, nach Rafael, gr. qu., fol.
Der Triumph eines Fürsten, nach G. Romano, gr. fol.
Die Marter des Evangelisten Johannes, nach Rafael, fol.
Der Plafond der Sixtinischen Capelle in Rom, nach Michel Angelo, s. gr. fol.
Das jüngste Gericht, nach Michel Angelo’s berühmtem Gemälde der Sixtina, gr. fol.
Der Plafond des Palastes Verospi, nach Albani, fol.
Die Kreuztragung, nach Rafael, s. gr. fol.
La Vierge au poisson, nach Rafael’s Gemälde in Spanien, s. gr. fol.
Die Heimsuchung der Elisabeth, nach Rafael, s. gr. fol.
La Vierge à la perle, beide nach Rafael’s Bildern in Spanien, s. gr. fol.
La Vierge au berceau, nach Rafael, s. gr. fol.
Die fünf vorhergehenden Blätter bilden die Titel für das Werk von Bonnemaison.
Der Einzug Heinrich IV. in Paris, nach Görard, s. gr. fol.
Ein Schlachtbild mit Napoleon, nach Gros, fol.
Napoleon in Mitte seiner Gepäckte, nach C. Vernet, fol.
Le Traite d’Amiens, nach Lafitte, gr. fol.
Ein Kaiser und die Maisterin auf dem Throne empfangen den Senat, nach Percier und Fontaine, qu. fol.
Ein großes Banket im Schauspielssaale der Tuilerien, nach Percier und Fontaine, fol.
Deux Candelabres composés par Raphael Sanzio et Michel Ange, d’après le concours ouvert entre eux, par les Papes Jules II. et Leon X., environ 1518, et exécuté en or par Benv. Cellini, in 4 Aquatintablättern von Normand und J. B. Lucien, nach Prieur’s Zeichnung. Paris 1803, gr.
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