Norelli, Pietro, Maler, Architekt und Kupferstecher , geboren 1623 in Monreale bei Palermo, lebte lange in letzterer Stadt, und hatte da den Beinamen il Monrealese. Er ist der Stolz der Sicilianer; jede Hauptstadt des Landes hat Werke von ihm, Palermo die meisten, und einige der besten die Akademie daselbst. Die Fremden werden besonders auf ein Frescogemälde im Palaste des Erzbischofs in Monreale aufmerksam gemacht. Dann lobt man auch das grosse Gemälde der Hochzeit zu Cana im Speisesaale der Benediktiner daselbst. Sein grösstes Werk zu Palermo ist in der Kirche der Conventualen, deren in mehrere Felder abgeteilte Decke er ganz allein malte. Im Auslande sind seine Bilder sehr selten, Guarienti lobt in seinen Werken die Naturtreue, den Fleiss und die Richtigkeit der Zeichnung, das anmuthige Colorit und den etwas dem Spagnoletto nachgeahmten Styl. Andere, besonders Neuerec, erkennen an seinen Werken ebenfalls den Künstler von bedeutendem Talente, der auch als Charakteristiker Vorzügliches leistete, den wahren historischen Styl aber nicht kannte. So urtheilen die Fremden, die Einheimischen erheben ihn aber in allen Dingen. Dies ersehen wir aus dem Elogio storico di P. Novelli da Monreale, famoso dipintore, architetto ed incisore, scritto da Agostino Gallo. Palermo 1820. In diesem Werke heisst es, dass der Künstler in seinen reiferen Jahren Rom besucht habe, während man anderwärts lesen kann, dass er nie sein Vaterland verlassen habe. Die Werke, welche er nach seiner Rückkehr aus Italien ausführte, sollen seine besten seyn, diese aber gleichen jenen seiner ersten Manier nicht mehr. Sie bereiteten dem Künstler Bewunderung, die bis auf den heutigen Tag nicht geschwunden ist. Die Bilder seiner letzteren Zeit sind einfach und edel in der Composition und von grosser Correctheit in der Zeichnung. Auch die Werke seiner zweiten Manier haben theilweise ihre Verdienste, und diese machen die grössere Zahl aus. Dieser Künstler arbeitete noch 1620.
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