Nollekens, Joseph, Bildhauer, ein Deutscher von Geburt, eigentlich Nölkens, gründete in London seinen Ruf. Er machte sich zuerst durch treffliche Portraitbüsten bekannt, und dann war er auch schon als Modellierer berühmt. Als solcher fertigte er meh- rere treffliche Kopien nach berühmten Werken der Plastik, und darunter nannte man besonders seine Nachbildung der Gruppe des Laokoön. Seine Büsten bringen uns die Züge jünger und be- rühmter Männer zur Anschauung. Sie sind von höchster Ähn- lichkeit und meisterhaft behandelt. Wir haben von ihm Bildnisse des Königs Georg IV., des W. Pitt und Ch. Fox, des Generals Fitz- Patrick, des Admirals Nelson, der Herzogin und des Herzogs von Bedford , des Herzogs von Stafford u. s. w. Unter seinen üb- rigen Werken nennt man eine Venus oder eine Nymphe, welche ihre Sandalen anzieht, als Meisterstück des Künstlers. Er arbeit- ete geraume Zeit an dieser Statue, so wie er überhaupt auf die Ausführung seiner Bilder den größten Fleiß verwendete. Diese Weichheit der Ausführung und eine gewisse Grazie, welche indes- sen öfter an die französische Schule unter Ludwig XV. erinnert, wären es vielleicht, welche dem Künstler Bewunderung erregten. Im Übrigen sind seine Werke styllos, manchmal ohne Geschmack angegordnet und sogar mesquin. In der Sammlung des Herzogs von Bedford sind etliche hübsche Bildwerke von Nollekens, und auch andere Größere des Reichs haben solche erworben. In der Sammlung von Sculpturen zu Holkham ist das gerühmte Basrelief , welches den Tod des Germanicus vorstellt, sehr fleißig behandelt, in der Anordnung und in den Linien ganz zufällig und styllos.
Nollekens hat zahlreiche Werke und ein Vermögen von 250,000 Pf. St. hinterlassen, er lebte aber dabei als filziger Hungerleider, ungeliebt und unbeweint. Im Jahre 1823 starb er, 85 Jahre alt.
Nähere Aufschlüsse über Nollekens und seine Zeit gibt folgen- des Werk, welches wir hier noch nicht benutzen konnten: Nolle- kens and his times, compris. memoirs of contemporary artists from the time of Roubilliac, Hogarth and Reynolds to that of Fuseli, Flaxman and Blake. By J. T. Smith. 2 Voll. 2. Edit. London 1853.
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