Nismes geboren, und gleichzeitig mit Boucher, von F. le Moine in der Malerei unterrichtet: Nachdem er im Jahre 1725 den gros- sen Preis der Akademie erhalten hatte, reiste er nach Italien , gab sich aber da, statt strenge Studien zu machen, ganz seiner Laune hin: Menges tadölte daher das Streben Natoire’s und seiner Zeit- genossen in Rom : Er sagte, diese Künstler seien über die Gren- zen des Schönen und Grossen hinausgegangen, sie hätten beides
seltsam vermischt, in Allem der Sache zu viel, und es darauf ange- legt, die Augen nicht als den Verstand zu befriedigen: Bei Ande- ren stand Natoire im Rufe eines jüngeren Zeichners, und Watelet daubt, dieser Künstler habe den Sinn wieder auf Reinheit der
Form zurückgeführt, welche durch den Manierismus jener Zeit
ganz unbeachtet blieb, was Alles Mengs nicht unterschrieben ha- tte. Wie dem auch sei, Natoire stand in grossem Ansehen,
und gleich nach seiner Rückkehr beeilte sich die Akademie, ihn
zu inscribiren. Er überreichte ihr ein Bild der Venus, welche
vom Vulkan für ihren Sohn Waffen schmieden lässt. Im Jahre
1735 wurde er Professor Adjunkt, nach zwei Jahren wirklicher
Professor, und um 1752 ernannte ihn der König zum Direktor der
französischen Akademie in Rom. Er bekleidete diese Stelle bis
1775, in welchem Jahre ihn sein hohes Alter wegen Wien ab-
löste. Einige sagen, Natoire sei 1775 gestorben; allein er starb
erst 1777 zu Castell Gandolfo. Für sein Hauptwerk hält man ei-
nen St. Sebastian, dem ein Engel den Pfeil aus dem Körper zieht,
und daran reihten sich die Figuren, welche er für die Capelle
der Findelkinder zu Paris malte. Namhafte Bilder sind ferner: der
Martertod des heil. Ferreol in dessen Kirche zu Marseille; drei
Bilder in der Capelle des heil. Schweisstuches zu Besançon; die
Apatheose des heil. Ludwig in der französischen Nationalkirche zu
Rom. Zwei Gemälde, Antonius und Cleopatra vorstellend, wur-
den in den Gobelins als Vorbilder zu Tapeten genommen. In den
Pallästen zu Versailles und Marly waren ebenfalls mehrere Bil-
der von ihm. Am meisten Beifall fanden seine kleineren Bilder
und die Zeichnungen.
Mehrere seiner Werke wurden gestochen: von Flipart: Venus
und Aeneas, das akademische Aufnahmsstück, und Adam und Eva
nach dem Fall; von Fessard: die Geburt Christi und 14 andere
Darstellungen in der Capelle der Findelkinder, eine weibliche Fi-
gur; von Desplaces: Diana und Aktäon; von Pcelletier: Jupiter
und Callisto, Venus und Leda, Bacchus und Ariadne, die Ein-
führung der Malerei und Zeichenkunst, der Poesie und Musik; von
Belmond: St. Hieronymus; von L. Bonnet: das Jesuskind, eine
akademische Figur, der Kopf eines Kindes; von Peiroleri: Amor
mit Pfeilen; von Aveline und Perronneau: die vier Elemente; von
L. Cars: Clovis, der Krone und Scepter zu den Füssen der Reli-
gion legt, und ein Titelblatt; von P. E. Moitte: der Triumph
der Amphitrite; von Soubeiran: ein Weib an der Toilette, wie
ihr Amor den Spiegel reicht; von Duflos: der Triumph des Bac-
chus und der Triumph der Amphitrite; von Mme. Retord: die
zärtliche Eleonore; von Pasquier: ein Zeichenbuch in 12 Blättern.
Natoire hat auch malerisch und angenehm in Kupfer radiert. Ro-
bert Dumesnil, P. gr. frangais IIIl. 345 ff., beschreibt 8 Blätter
von ihm, von welchen die Aetzdrücke von No. 5 —7 sehr selten
sind, da die Platten von Anderen mit dem Grabstichel vollendet
wurden. Huber und Rost erwähnen auch eines Blattes mit der
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Iu-tu des heil. Föröol,' dieses konnte aber Dumesnil nicht fin- den. ;
Die Anbetung der Könige. C. Natoire inv. et fec. H. der Platte 8 Z. 2 L., Br. 6 Z. 3 L. H. der Composition 7 Z. 8 L., Br. 6 Z. 1 L. .
Die heil. Familie. C. Natoire f. H. 6 Z. 1 L., Br. 4 Z. 6 L.
Christus am Kreuze sterbend, und Magdalena am Fusse des- selben. In der Luft schweben Engel und Cherubim, und rechts ferne trägt ein Knecht die Leiter. Oben abgerundet. H. 19 Z. 6 L. mit dem Rand, Br. 12 Z. 9 L. . Die Aetzdrücke sind selten ; hierauf wurde die Platte mit dem Stichel vollendet, ; Die vier Jahreszeiten: . Der Frühling, Ver — Le printems, unter vier Kindern dargestellt. Invente, peint et gravé à Veauforte par C. Na- toire — Termine par P. Aveline. Mit Dedication an M. Orry. H. 9 Z. 8 L., Br. 0 Z. 6 L. } Die seltenen Aetzdrücke sind ohne Schrift. - $) Der Sommer, Aetas — L’Este, vier Kinder in einer Land- schaft. Invente, peint et gravé à Veauforte par C. Natoire. — Termine par B. Audran. Mit der Dedication an Orry: H. 9 Z. 8 L., Br. 9 Z. 2 L. . Die seltenen Aetzdrücke sind bezeichnet: C. Natoire f. Der Herbst, 4 Kinder, das eine auf dem Bock. Die Bezeich- nung ist dieselbe, wie No. 5. H. 5 Z. 9 L., Br. 9 Z. 5 L. Die Aetzdrücke haben nur: C. Natoire f.
Der Winter, Gruppe von vier Kindern, bezeichnet wie No. 5. H. 8 Z. 9 L., Br. 9 Z. 4 L. Im Aetzdrucke steht nur: C. Natoire f.
Eine männliche akademische Figur sitzend. C. Natoire del., Sculp. aqua forti, — Huquier ex. C. P. R. H. 9 Z. 5 L., 6 Z. 2 Die ersten Abdrücke sind ohne Schrift, die zweiten mit obiger Schrift, im dritten ist oben ein Buchstabe und ein arabisches Zahlzeichen, weil dieses Blatt zu einem Zeichen- buche gebraucht wurde.
Eine weibliche akademische Figur sitzend auf dem Steine, Eben so bezeichnet und in gleicher Grösse. Die Abdrücke sind ebenfalls so zu bestimmen, wie bei No. 8.
Die Marter des heil. Föröol, ein Blatt, welches Dumesnil giclfuthand. Rost erwähnt dieses Blattes, und gibt das Maass
Natotp, s. Nadorp.
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