Nilson, Johann Esaias

Nilson, Johann Esaias, Zeichner, Maler und Kupferstecher , ge- boren zu Augsburg 1721, gestorben daselbst 1788. Sein Vater An- dreas, ein zu seiner Zeit geschätzter Zeichner und Miniaturmaler, ertheilte ihm den ersten Unterricht, und seine Mutter Barbara Brettauer, die ebenfalls malte und schöne Pergamentausschnitte fer- tigte, nahm sich nicht minder thätig des Knaben an. Dann war 'es besonders das Herz’sche Reissbuch, welches ihm zur Vorlage diente, und in anderer Hinsicht diente ihm das damals geschätzte Werk des A. E. Burkhard von Pürkenstein: Erzherzogliche Hand- griffe des Zirkels und Lineals betitelt. Mit dem nöthigen Hülfs- wissenschaften vertraut, verlegte er sich endlich mit besonderem Fleisse auf das Zeichnen und Miniaturmalen, worin die berühmte Sperling, sein Vater und L. Haid seine vorzüglichsten Vorbilder waren. Er fand ebentalls in kurzer Zeit Beifall, und fürstliche

Nilson, Johann Esaias.

und gräfliche Personen liessen sich von ihm malen. Bei züneh- menden Jahren verlegte er sich indessen mehr auf das Zeichnen und Kupferstechen, da er eine Kunsthandlung gegründet hatte. Unter seinen Blättern sind mehrere sehr schätzbar, besonders jene, die er in der Manier Holzer’s und nach den Fresken und Ölbildern des letzteren gefertigt hatte. Er stach auch mehrere Bild- „...„\Bisse in allegorischen Einfassungen, welche damals sehr beliebt wa- ren. Auch gefiel er sich sehr in Darstellung von Arabesken und an- deren Schmuckformen; allgemein liebte damals derlei Dinge 111£:h in den Produkten der Industrie, und auch in unseren Tagen enkt man den alten Rococostücken wieder grosse Aufmerksam- keit. Nilson war zu seiner Zeit ein hochgeachteter Künstler. Schon vor 1764 erhielt er den Titel eines churpfälzischen Hofmalers, und 1766 wurde er Mitglied der kaiserlichen Franziscanischen Akademie in Augsburg und Wien, welche ihn überdies noch zu einem Ma- ister liberalium artium erhob. Im Jahre 1760 wurde er an J. E. %iedinger‘s Stelle zum Direktor der Stadt-Zeichnungsakademie er- nannt, und jetzt gab er sich alle Mühe, dieses Institut neu zu or- ganisiren; nebenbei trug auch P. von Stetten jun. zur würdigen Gestaltung desselben bei. Ein Nachkömmling dieses Künstlers, Lict, C. A. Nilson, setzte in seiner Sammlung belehrender Aufsätze, Augsburg 1831, alles dieses weitläufig auseinander. Wo- rauf wir Neugierige verweisen. Folgende Platten gehören zu sei- nen besseren. In der berühmten Sammlung des Grafen Stern-

  1. David a Stetten, Duumvir Reip. Aug. 1768. Mens. Febr., nach A. Graff. Gutes Blatt, fol. i d
  2. Ferdinand Marchio Badensis, 177i, Schätzbares, reich ver- ziertes Bildniss, fol.
  3. Johann Georg III., Churfürst von Sachsen, in ovaler Ein- fassung, mit E. N. bezeichnet, fol. a
  4. Moriz, Prinz von Anhalt, zu Pferd, fol.
  5. Clemens XIII., aus der Familie der Rezzonico, fol.
  6. Effigies Alcuini Abbatis Caroli Magni, nach einer in der Abtei zu Einsiedel befindlichen alten Malerei, fol.
  7. Peter III., Czar von Russland, fol.
  8. Johann Georg Glätzl, Ratisb. Reipubl. Consul, nach F. A. S8pan, fol.
  9. Godofredus Christ. & Maemingen Reipubl. Ratisb. Consul, nach A. Graff, 1772, fol. .
  10. Marcus a Schnurbein, Ser. Electoris Sax, Cons., nach A. Graff, 1776. Schönes Blatt, fol.
  11. Franciscus I, Rom. Imp., fol.
  12. Maria Theresia, Rom. Imperatrix, fol.
  13. Fridericus, Rex Borussiae, fol.
  14. Dag Bildniss des Künstlers, um 1780 gestochen, sehr ähnlich.
  15. Frescogemälde an und in Öffentlichen und Privathäusern Augsburgs von J. Holzer gemalt, eine Folge von 28 Blättern mit dem Titel: Picturae. a Fresco in aedibus Aug. Vind. A J. Holzer, sculpt. a:J. E. Nilson, fol. und qu. fol. In dieser Sammlung finden sich Madonnenbilder und andere heilige Darstellungen, dann auch der berühmte Bauerntanz „ehedem an..einem Gasthause, zu Augsburg ‚gemalt. Die,Fres- cobilder sind fast alle zu Grunde gegangen, ‚und so ist Nil- son’s Nachbildung desto schätzbarer.
  16. Die vier Jahreszeiten, 4 Blätter mit fußgeordneten Figuren, für J. Brucker’s 1765 verfertigte und von G. Seyfert in Mu-

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