Nicomachus, einer der berühmtesten Maler des Alterthums

Nicomachus, einer der berühmtesten Maler des Alterthums, wie aus Cicero, Plutarch und Plinius erhellt. Er war ein Zeitgenosse des Aristides, Protogenes und Apelles , und Schüler seines Vaters Aristodemus. So liest man in den bisherigen Ausgaben des Plinius, im Kunstblatte von 1832 S. 188 werden aber andere Lesarten an- geführt, so dass sich dadurch das von Plinius und Sillig aufge- stellte Verwandtschafts-Schema ändert. In der Bamberger Hand- schrift des Plinius steht nämlich Aristaci filius, und im Münchner Cadex liest man Aristitechni filius. Weiter unten wird Aristides der Bruder und Aristocles der Sohn des Nicomachus genannt. Damit stimmt die Münchner Handschrift überein, bis auf den Schreib- fehler thyristidem statt Aristidem filium; der Codex Bamb. hat aber Aristonem fratrem et Aristidem filium. In Bezug auf die bei- den Namen Aristodemus und Aristocles, in denen die Bamberger Handschrift von der Vulgata abweicht, ist zu bemerken, dass diese beiden Maler sonst nirgendwo vorkommen. Darnach ändert sich das von Sillig nach der Vulgata aufgestellte Schema:

Aristodemus Nicomachus, Aristides Aristocles

nun in

Aristacus Nicomachus, Aristen Aristides.

Die Blütezeit dieses, der Sicyonischen Schule angehörigen, Künstlers fällt Ol. 110 — 115. Er führte mehrere berühmte Ge- mälde aus, die im Colorit ausnehmende Verdienste hatten. Er sah auch auf Handfertigkeit; Nicomachus kommt bei Plinius schon als Schnellmaler vor. Doch gab er sich auch große Mühe in Ausarbeitung der Gemälde. Diese hatten aber den Vorzug, dass dasjenige, was sehr ausgearbeitet worden, nicht ausgearbeitet schien, wie Plutarch behauptet: „Timoleon C, 36. Wenn man dennoch liest, dass Nicomachus dieses Vorzuges entbehre, so ist dieses nur als irregre Angabe zu betrachten. Er bediente sich bei seinen Malereien der vier Grundfarben, und in den Schatten der Eretrischen Ochra, wie Parrhasius. Wenn er aber an Ruhm diesem Künstler, und dem Apelles und Protogenes nicht gleich kam, so kommt dieses daher, dass er weniger Glück und weniger Ehrgeiz hatte, als jene Meister. An Geschicklichkeit durfte er ihnen nicht weichen, wie Vitruvius behauptet.

Nicomachus malte den Rauh der Proserpina, welcher später im Tempel der Minerva auf dem Capitol zu Rom aufgestellt wurde, wo man auch das Bild der Victoria mit dem Viergespann sah. Ferner malte er Ulysses, welchen er um Ol. 110 zuerst mit dem spitzigen Hute dargestellt haben soll, so dass die Gemmen und Marmore mit dem Bilde des Ulysses, wo er den Hut trägt, später entstanden wären. S. darüber O. Müller’s Archäologie S. 660 An- merk. 1. Dann malte Nicomachus den Apollo, die Diana, die Göttin auf dem Lüwen sitzend, Hacchantinnen von Satyrn überrascht, und das Bild der Scylla, welche zu Plinius Zeit im Tempel des Friedens zu Rom war. Als Schnellmaler rühmte ihn

Nicomachus. — Nicophanes. — Nicon.

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