Nicias, ein Zögling der neuern attischen Schule, malte beson- ders grosse Historienbilder, Seeschlachten und Reiterkämpfe in ho- her Vortrefflichkeit. Dann rühmt ihn Pausanias auch als Thier- maler vor allen Zeitgenossen, und Plinius setzt noch bei, dass Ni- cias besonders glücklich die Hunde dargestellt habe. Er bediente sich bei seinen Malereien der sogenannten vier Farben, die das Alterthum bis auf Apelles herab festhielt, zu seiner Zeit aber fing man an, mehr glänzende und teurere Farbenmateriale (colores flo- ridi) anzuwenden. So soll nach Plinius Nicias gegen Ol. 115 das Minium, aus verbrannter wypa, zuerst angewendet haben. Er wusste seine Farben auf das sicherste zu mischen, und mit großer Meisterschaft Licht und Schatten zu behandeln. Seine Gestalten hatten ein bedeutendes Relief, so dass sie aus dem Bilde hervorzu- ragen schienen; ut eminerent e tabulis picturae sagt Plinius . Mit besonderer Zartheit malte er weibliche Figuren. Er malte die Ne- mea anf einem Löwen, und dieses Bild nahm Silanus aus Asien mit sich nach Rom, wo es in der Curia des Augustus in die Wand eingelassen wurde. Es war in enkaustischer Manier behandelt, wie dieses Nicias selbst auf das Bild schrieb: Nicias scripsit se inus- sisse , sagt Plinius. Der Künstler malte auch den Liber Pater, der zu Rom im Tempel der Concordia zu sehen war. Antonius nahm nach der Einnahme von Alexandrien daselbst das Bild des Hia-
cynthus mit sich, welchen Nicias besonders jugendlich gebildet
hatte, um die Liebe des Apollo leise anzudeuten, wie Pausanias berichtet. Dann hatte man von Nicias das Bild der Diana, wel- ches vermutlich zu Ephesus sich befand, wo er auch das Grab- mal des Priesters Megabyzus ausmalte. Dasjenige Gemälde, wel- ches Nicias vielleicht am höchsten schätzte, war die homerische
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