Nicias, berühmter Maler von Athen

Nicias, berühmter Maler von Athen , war der Sohn des Nicomedes
und Antidotus’ Schüler. Dieser Künstler steht fest in der Geschichte,
und seine Blütezeit ist nach O. Müller in Ol. 110 — 118 zu setzen. Man könnte aber glauben, dass es auch einen älteren Nicias gegeben habe, was Plinius nur im Vorbeigehen andeutet. Es ist nämlich bekannt, dass sich der große Praxiteles der Beihilfe des

Nicias.

Nicias bedient habe, und so müsste JETZTERER mit jenem um Ol. 10%

gearbeitet haben. Sillig unterscheidet daher einen älteren Nicias, Müller nimmt nur Einen an, und sagt nur, der grosse Enkaust Nikias habe den schönsten Statuen des Praxiteles die übliche Tein- türe gegeben. Man erhöhte nämlich das Weiche und Fette, wel- ches die Oberfläche des Marmors oft schon an sich hat, durch Ein- reiben mit geschnmolzenem Wachs, besonders mit Punischem (xav- ge), womit leicht ein geeigneter Farbenton (circumlitio) verbunden werden konnte. Färbung des Marmors, im alten und archaisierenden Stil mit grellen, hernach mit sanfteren Farben, sowie Hinzufügung metallener Attribute, und Vergoldung einzelner Teile erhielt sich das ganze Alterthum hindurch. Bei den Römern gefiel die Vielfarbigkeit des Steins. So sagt Müller, Archäologie §. 310, und da findet auch der Plinianische Ausdruck Circum- litio seine Erklärung, wie oben gegeben. Winckelmann erklärte sich dieses anders, und meint, diejenigen Statuen des Praxiteles seien am höchsten geschätzt worden, deren Modelle Nicias von neuem übergangen und ausgebessert hatte. Winckelmann verwirft jede andere Meinung, die unter Circumlitio nicht das Nachfahren und Nachhelfen eines Modells mit dem Modellirstecken versteht. Allein dem sei, wie ihm wolle, Praxiteles hat die menschliche Fi-

gur gewiss so gut dargestellt, als Nicias, und man muss daher die Erklärung O. Miller’s für sachgemässer halten. Schon früher hat Quatremere de Quincy im Jupiter Olympien eine lange Abhand- lung über die Circumlitio gegeben, und er glaubt ebenfalls, dass dies eine Art enkaustischer Malerei gewesen sei, die man im Al- terthume bei Statuen häufig angewendet habe, nicht um ihnen ein Anscheinen der Wirklichkeit zu geben, sondern gleichsam nur einen Hauch der Farbenähnlichkeit,

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