Neyts oder Nyts, Gilles oder Aegidius

Neyts oder Nyts, Gilles oder Aegidius, Zeichner, Maler und Radierer , der um 1650 — 1660 blühte. Seine Lebensverhältnisse sind unbekannt, man weiss nur, dass er sich in Holland und in den Niederlanden aufgehalten habe. Neyts malte Landschaften und Jagdstücke, deren zwei in der k. Gallerie zu Dresden aufbewahrt werden, 1681 gemalt. In der gräflich Schönborn’schen Sammlung ist von diesem seltenen Meister eine Landschaft, und bei Gelegen- heit der Anzeige dieses Besitzes hiess es, dass Neyts ‚in diesem Bilde sowohl durch den Zauber seines Hell-Dunkels, als auch durch die Zierlichkeit der Behandlung, durch die Wahrheit der Tinten vom kräftig belaubten Voggrunde an, bis zu den duftigen Bergen und der klaren Luft entzücke. In einem Zimmer der Börse zu Antwerpen sah Descamps ein Gemälde, welches eine Akademie vor- stellt, in welcher Maler und Bildhauer nach dem Leben zeichnen.

In der Sammlung des H. de Jongh waren zwei Zeichnungen von Wasserfällen. In der Sammlung des Grafen von Elz zu Mainz war ein Bild mit einem aus G. Ny bestehenden Monogramme, wel- ches wahrscheinlich diesem Künstler angehört. Auf seinen Radi- rungen findet man es nicht. Im Cataloge der Sammlung des Di- rektors J. C. Spengler zu Copenhagen, die 1830 zerstreut wurde, sind drei Landschaftszeichnungen von Neyts beschrieben; eine leicht aquarellirt, die andern leicht mit der Feder angelegt und getuscht.

Bartsch P. gr. IV. 306 ff. beschreibt 10 radirte Blätter von Neyts, welche zwar nicht von einer geübten Hand zeugen, aber von kräftiger Wirkung sind, welche er durch die verständige Abwechslung zum Stichel und der Nadel hervorbrachte. Das Verzeichniss bei Bartsch ist indessen nicht vollständig; andere Blätter gibt der Rigal’sche Catalog und die Geschichte der königl. Kupferstichsammlung zu Copenhagen von F. von Rumohr und M. Thiele, Leipzig 1835, an. Die Numern 1 — 10 sind von Bartsch erwähnt, 11 — 13 im Rigal’schen Cataloge, 14 ff. von Rumohr und Thiele. Einige dieser Blätter sind numerirt.

  1. Landschaft mit Ruinen und einem verfallenen grossen vier- eckigen Turme links nach dem Grunde zu. Rechts vorn läuft ein in den Mantel gehüllter Mann mit dem Hunde, rechts unten steht ganz klein: G. Neyts inc. H. 3Z.4L., r. 5
  2. Das Dorf am Ufer des Flusses, der den ganzen Vorgrund einnimmt. Von dem Hauge zur Rechten führt ein Weg nach

dem Fluss, wo ein Mann den Kahn, in welchem ein Weib sitzt, vom Ufer treibt. Ohne Namen, H. 3 Z. 5 L., Br. 3 Z.

  1. Baumreiche Landschaft mit Abraham, der die Hagar mit ih- rem Sohne Ismael ausweist. Links unten: G. Neyts, rechts: F. V. W.. (Franz von Wyngaerde). No. 6. Sehr zart ra- dirt. H. 4.8 L., Br. 6 Z. 2 L.

  2. Landschaft mit hohen Bäumen und dem jungen Tobias, der an der Seite des Engels einen großen Fisch schleppt. Links unten: G. Neyts f., rechts: F. V. W. ex. No., 8. Zart ra- dirt. H. 4 Z. 7 L., Br. 6 Z. 2 L. Bei Weigel 6 Thl. 18 gr.

  3. Die kleine Brücke, an der einen Seite mit mehreren Bäu- men besetzt, und rechts des Blattes. In Mitte des Vorgrun- des ist ein Mann und eine Frau. Rechts: unten steht: G. Neyts, und links oben: F. V. W. ex. No. 2. H. 4 Z. 7 L., Br. 6 Z. 2 L. Bei Weigel 6 Thl.

  4. Der Reiter links an der mit Bäumen bewachsenen Anhöhe, vor ihm zwei Bauern mit Stöcken und ein dritter läuft nach, Rechts unten ganz undeutlich: G. Neyts, links: F. V. W. B. 4.2.8 L., Br. 6 Z. 5 L.

Im ersten Drucke mit van Hugen’s Adresse bei Weigel 8 Thl., im zweiten mit Wyngaerde’s Adresse 6 Thl.

  1. Der Reitknecht mit dem Pferde am Zaume rechts vorn bei einem Manne mit dem Hunde. Auf der Brücke links ein Cavalier, vor welchem ein Mann geht, während zwei andere folgen. Das eine Ufer des Flusses ist mit Bäumen besetzt, und auch zwei Klostergebäude sieht man. Links unten bemerkt man einige Zeilen des Namens Neyts, Links oben steht: Franc. Vanden Wyngaerde ex. H. 4 Z. 8 L., Br. 6 Z. 5 L. Bei Weigel 6 Thl.

  2. Der Mann mit dem Hunde auf dem Wege, der längs den Bäumen herkommt; der Hirte bläst die Flöte, links am Fusse des Berges bemerkt man zwei Männer zu Pferde, und den Hirten mit der Heerde, lauter kleine Figuren. Im Grunde zeigt eine grosse Lichtpartie und leichte Schatten die unter- gehende Sonne an. Rechts unten steht: G. Neyts, und links oben: F. v. W. ex. No. 4. H. 4 Z. 8 L., Br. 6 Z. 5 L.

Dieses Blatt ist von schlagender Wirkung und eines der besten des Künstlers.

Die ersten Abdrücke haben Joan Huysens Adresse, die zweiten die obige von Wyngaerde.

  1. Die Versuchung des heil. Antonius. Der Dämon reicht ihm unter der Gestalt eines Weibes ein Glas, während ihn ver- schiedene Phantome umgauckeln. Im Grunde ist Wald, rechts vorn erheben sich drei grosse Bäume. Links unten im Rande steht: G. Neyts inc., rechts: Franc. v. Wyn. excudit. H. 5 Z. 7 L., Br. 8 Z. 8 L.

  2. Die Ansicht von Lille. Im Rande liest man: J. Nyts inc. Lille. Le Comte Bavdvin son deuot fondateur Seroit !h\ä De Voir Lestat De Sa Grandeur, O. desmazieres D. D. H. 5 Z. 7 L., Br. 10 Z. 9 L.

Dies ist eines der vorzüglichsten Blätter von Neyts.

  1. Landschaft mit einem breiten Flusse, links hohe Bäume und eine hölzerne Brücke, in der Ferne eine Stadt mit einem viereckigen Turme. Im Rande nach links: G. Neyts. H. 3 Z. 1 L., Br. 4 Z. 4 L.

  2. Ansicht eines mit großen Bäumen und Bauernhäusern be- setzten Weges; links ferne sicht man eine Stadt, anscheinend Dortrecht, dann fließt auch ein breiter Fluss, und am Horizont sind Fahrzeuge mit Segel. Im Rande rechts steht der Name des Künstlers. H. 3 Z. 4 L., Br. 4 Z. 11 L.

  3. Ein Bauer mit dem Stocke bei zwei Pferden stehend und in der Nähe eine liegende Kuh, links in einer Landschaft, Ge- genüber nach dem Grunde zu ist eine Gruppe großer Bäu- me, und im Grunde sieht man zwei Bauern, eine Herde von Pferden und Hornvieh, und Ruinen. Links in der Ecke am Boden: G. N. H. 2 Z. 3 L., Br. 2 Z. 11 L.

  4. Der Fahrweg zur Rechten, von hohem Buschwerk und vom Abhange des Dammes begrenzt. Der Baum am Rande des Dammes wirft einen Schlagschatten über den Weg, und weiter hinaus, in der Ferne begrenzen schwach geätzte Bäume die Wiesenfläche des Mittelgrundes. Zur Linken hat das Ätzwater nicht gewirkt. H. 2 Z., Br. 2 Z. 4–5 L.

  5. Der Reiter in Mitte des Blattes; rechts ein belaubter Baum- stamm, hinter welchem ein Haus mit hohem Giebel dache zu sehen ist. Im Hintergrunde sind einfach behandelte Bäume massen, die Luft ist weiß bis auf sechs oder sieben derbe Grade Striche. Linker Hand auf dem Boden liest man: G. N. H. 1 Z., Br. 1 Z. 9 L.

  6. Gebirgslandschaft, in drei hell beleuchtete Gründe abgeteilt, Links, in tiefem Schatten, ein Weg, auf welchem Tobias und der Engel gehen, in Elzheimer’s Geschmack. Auf einer beleuchteten Stelle des Weges liest man: G. Neyts. H. 1 Z. 11 L., Br. 2 Z. 1 L.

  7. Nachtstück. Ein Haus am Canal, in welchem der Mond sich spiegelt, links im Vorgrunde zwei größere Bäume in Verflechtung, neben zersreuten Gebüschen und Bäumen. H. 1 Z. 9 L., Br. 1 Z. 2 L.

  8. Weg über eine Höhe, auf welcher einige zusammenhängende Bauernhäuser mit Bäumen stehen. Aus der Tiefe erhebt sich ein Turm, und im Vorgrunde geht ein Mann mit dem Stocke neben einem unvollendeten Tier. H. 2 Z. 6 L., Br. 3 Z. 11 L.

  9. Das Bauernhaus zur Linken mit hohem, teilweise bemalten Ziegeldache, im Vorgrunde ein Canal, von welchem neben dem Hause ein Abzugsgraben einwärts ausgeht, mit einer Vorrichtung, das Wasser des Hauptkanals zu stemmen. Dieses Blatt ist schön geätzt. H. 2 Z. 11 L., Br. 4 Z. 4 L.

  10. Die Ruinen eines Amphitheaters zur Rechten des Blattes, und ein im Vorgrunde auf einem Erdhaufen sitzender Mann, der selbe betrachtet. Neben ihm liegt ein Stab, und jenseits desselben sitzt der Hund auf den Hinterbeinen. In der Ferne hat das Ätzwater wenig gefasst. H. 3 Z. 4 L., Br. 2 Z. 0 L.

  11. Der Mann und die Frau auf dem Wege des bewaldeten Vor- grundes. In der Waldgruppe zur Linken ist nahe am Rande ein Baumstamm, dessen Krone gegen die Luft hin nicht durchgeführt ist. Im Hintergrunde, gegen die rechte Seite hin, steht ein deutsches Schloss mit verschiedenen Giebeln. H. 3 Z. 3 L., Br. 3 Z. 9 L.

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