Neuss, Johann Jakob

Neuss, Johann Jakob, Medailleur und Wappenschnitzer, wurde
1770 zu Augsburg geboren, wo auch sein Vater städtischer Münz-
meister war. Neuss war Schüler von J. M. Bückle, und als diese
herzoglich baden’scher Hofmedailleur wurde, erhielt Neuss dessen
Stelle als Medailleur der Stadt. Als Augsburg aufhörte, freie
Reichsstadt zu sein, und der Krone Bayerns einverleibt wurde, er-
hielt er den Rang eines k. b. Hofgraveurs, als welcher Neuss noch
gegenwärtig in Augsburg lebt. Wir haben von diesem Künstler
eine bedeutende Anzahl von Werken, welche ihm auch für kom-
mende Zeiten seinen Ruhm sichern. Seine Medaillen zeichnen
sich durch geschmackvolle Behandlung, durch Schärfe und Rein-
heit des Gepräges aus, und seine in Stahl, edlen Steinen, Car-
neol, Kristall u. s. w. geschnittenen Siegel und Wappen räumen
ihm ebenfalls einen vorzüglichen Platz unter Deutschlands Gra-
veuren ein. Auch nach der Antike hat Neuss mehrere Figuren in
Stein geschnitten, an welchen die reine und fleißige Ausführung
besonders zu loben ist. Das Bildnis des Prinzen Carl von
Bayern schnitt er 1824 zweimal in Carneol, und eine bedeutende
Anzahl anderer Bildnisse sind in Medaillen vorhanden, während
andere von ihm gefertigte Denkmünzen sich auf merkwürdige Er-
eignisse u. s. w. beziehen. Folgende Werke gehören zu seinen
vorzüglichsten, und die frühesten stehen oben an.

  1. Krönungsmedaille mit dem Brustbilde des Kaisers Leopold
    I. M., 1790.

  2. Medaille auf die Durchreise des Kaisers Franz durch Augs-
    burg, 1792.

  3. Denkmünze auf die 60jährige Regierung des Churfürsten
    Carl Theodor, 1793.

  4. Eine Medaille aus der französischen Revolutionszeit, abge-
    bildet im Trésor de Numismatique et glyptique. Med. de
    la Révolution p. 112.

  5. Denkmünze auf die 60jährige Jubelfeier des hochwürdig-
    sten Gutes in der heil. Kreuzkirche zu Augsburg.

  6. Medaille auf den Frieden zu Luneville, 1801,

  7. Die grosse Preissmedaille der Akademie in Augsburg.

  8. Die Constitutionsmedaille, 1818.

  9. Die Profilbildnisse des Königs Maximilian, des Herzogs Eugen von Leuchtenberg, der Kaiserin Josephina, der Königin Hortense.

  10. Denkmünze auf die Uebergabe der Augsburger Confes- sion, 1820.

  11. Denkmünze auf die Ankunft des Königs Maximilian und der Königin Caroline in Augsburg, 1824.

  12. Medaille auf die Feier des 25 jährigen Regierungs-Jubiläums des Königs Maximilian, 1824.

  13. Medaille auf die Thronbesteigung des Königs Ludwig, 1825.

  14. Denkmünze auf Pabst Leo XIII., 1827.

  15. Denkmünze auf die Enthüllung des Monuments des Königs Maximilian in Passau, 1820.

  16. Eine Folge von Medaillen auf merkwürdige Gebäude älterer und neuerer Zeit. Die erste Medaille, den Dom in Ulm darstellend, ist von 1830. Die zweite stellt die Martins- kirche in Landshut vor, die dritte die St. Georgenkirche in Nördlingen,

  17. Medaille auf den Tod des Kaisers Franz, 1835.

  18. Eine solche auf die Thronbesteigung des Kaisers Ferdinand, 1853.

  19. Denkmünze auf die silberne Hochzeit König Ludwigs, durch welche zugleich die durch diesen König erfolgte Re- stauration des Domes in Bamberg verewigt wird. Diese Medaille liess 1835 der historische Verein in Bamberg prägen.

  20. Medaille auf die Rückkehr des Königs Ludwig aus Griechenland, 1853.

  21. Denkmünze auf den frommen Bischof Wittmann in Regensburg.

  22. Medaille mit der Statue Gutenberg’s von Thorwaldsen in Mainz, mit einer von O. Müller verfertigten Inschrift: Artem, quae latuit Graecos etc., 1837 aus Auftrag des Mainzer Comite’s ausgeführt.

  23. Denkmünze auf das einhundertjährige Jubiläum der Diöcese Regensburg, 1840.

  24. Medaille auf die Eröffnung der Münchner- Augsburger Eisenbahn 1840.

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