Neuer, Heinrich, Formschneider , wurde 1808 zu München geboren, und nach dem Beispiele seines Vaters Thomias entschloss er sich ebenfalls zur Holzgraveurkunst. Zur Zeit seiner Anfänge hatten die Engländer Bewick und Nesbit bereits gezeigt, zu welchem Grade von Aufhöhung die Formschneidekunst gebracht werden könne, so dass es nicht unmöglich schien, dieselben wieder jene Achtung zu gewinnen, welche sie im 16. Jahrhunderte genossen hatte. Neuer erkannte die Wichtigkeit dieser Kunst, und trachtete daher eifrigst, sich mit den Mitteln vertraut zu machen, welche dieselbe fördern konnten. Er übte sich im Zeichnen, und hatte hierin auch bereits nicht geringe Fertigkeit erlangt, als er 1826 nach Berlin sich begab, um in der Schule des berühmten Gubitz über die Schwierigkeiten des Formschnittes Meister zu werden. Wie glücklich er hierin war, zeigte bald eine bedeutende Anzahl schöner Blätter, und gegenwärtig ist Neuer neben Gubitz, Höfel, Unger u. a. einer derjenigen, welche es in neuester Zeit in der Xylographie zu einem hohen Grad der Vollkommenheit gebracht haben. Die Anzahl seiner Blätter ist sehr bedeutend, sie sind in verschiedenen literarischen und belletristischen Werken des In- und Auslandes zerstreut, und machen immer eine Zierde derselben aus. Man findet deren in des Grafen A. von Raczynski Geschichte der neueren deutschen Kunst. Berlin 1856 und 1838. Für dieses Prachtwerk arbeiteten die berühmtesten Künstler seines Faches, und dabei hat sich auch Neuer als ein solcher erwiesen. Andere seiner Blätter zieren die Werke von G. Görres und des Grafen F. von Pocci etc. Letzterer ist selbst ein geschickter Zeichner. Nach seinen Zeichnungen schnitt Neuer die Blätter zum Schön Röslein, Ein Mährchen von G. Görres. München 1838. Neuer schneidet Figuren, historische Darstellungen, Landschaften und Architektur, fast alles mit gleicher Vollkommenheit.
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