Neudörfer (Newdörfer), Hans, berühmter Rechen- und Schreib- meister, Zeichner und vielleicht auch Formschneider in Nürnberg , lebte in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Dieser Mann hat sich nicht allein bei seiner Mitwelt, sondern auch um die Nach- welt Verdienst erworben. Die Zeitgenossen verdankten ihm: „Ein Gespräch büchlein zweyer Schüler, wie einer den anderen im zier- lichen Schreyben unterweyst. Durch Johan Newdörfer, burger und Rechenmeister in Nürnberg seynen Schülern gemacht Anno MDXLIX.“ fol. Dann hat er Nachrichten über Nürnberger Künst- ler gesammelt, und so gewährte er auch der Nachwelt eine nicht uninteressante Einsicht in das Kunstwesen jener Zeit. Dieses Werk erschien neuerlich im vollständigen Abdrucke, unter dem Titel: Nachrichten von den vornehmsten Künstlern und Werk- leuten, so innerhalb hundert Jahren in Nürnberg gelebt haben, 1546. Nebst der Fortsetzung von A. Gaulden — 1660 (herangezogen von Dr. F. Campe). Mit Kupfern, Nürnberg 1828, in 12. Neu-
Neudörfer zeichnete sich in der Mathematik und in der Calligraphie aus; in ersterer war E. Etzlaub sein Meister, in der letzteren ga- b es ihm Caspar Schmider und Paul Fischer Unterricht. Er kann auch unter die Gelehrten Nürnbergs gezählt werden. Mit Dürer und andern Zeitgenossen stand Neudörfer in freundschaftlichem Ver- hältnisse: Im Jahre 1563 starb er, in einem Alter von 60 Jahren.
Es findet sich auf Holzschnitten ein Monogramm, welches aus den lateinischen Buchstaben H N zusammengesetzt ist und diesem Künstler angehört; ob aber als Zeichner oder als Formschneider, ist eine andere Frage. Dieses Zeichen sieht man auch auf seinem in Kupfer gestochenen Bildnisse, an der Spitze der Perspektive von Andreas Alberti; dass es aber Neudörfer selbst gestochen habe, müchte wohl nicht zu beweisen sein. Es ist wahrscheinlich nicht einmal von ihm selbst gezeichnet, sondern bezeichnet sicher ein- zig und allein die Person, welche das Bildnis vorstellt. Dieses Monogramm findet sich auch auf den Holzschnitten seines Gespräch- büchleins, die von ihm gezeichnet und vielleicht auch geschnitten sind. Am Ende des Buches ist noch ein Blatt mit den grossen Buchstaben des Alphabetes, welches die zusammengezogenen, zu seiner Zeit üblichen, deutschen Buchstaben O, N., trägt.
- Es gibt auch Abdrücke des berühmten Blattes mit dem Gefechte
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bekleideter und unbekleideter Männer nach H. Holbein, die auf einer eigenen kleinen Tafel die Buchstaben N. haben, was Hans Neudörfer heißen sollte; allein diese Ehre dürfte für unsern edlen Schreibmeister zu groß sein. Siehe hierüber auch H. Lützelburger Band VII. S. 104. N. Lucidel (Neufchatel) hat sein Bildnis gemalt, gegenwärtig auf dem Rathhause zu Nürnberg.
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