Netscher, Constantin, Maler, der Sohn des Obigen, wurde 1670 im Haag geboren und von seinem Vater in den Anfangsgründen der Kunst unterrichtet. Doch starb dieser zu früh, und der junge Netscher war daher auf sich selbst angewiesen. Er kopierte unter Aufsicht seiner Mutter die vom Vater hinterlassenen Bilder, und daher sagte er öfter scherzweise, die Mutter hätte ihn die Malerei
erlehrter. Netscher übte diese mit grossem Beilfalle. Besonders be- liebt waren seine Bildnisse, die er in der eleganten Weise jener Zeit ausführte. Seine Porträts schließen sich in der Behandlung der feineren Genremalerei an, die eigentlichen Genremalereien und die historischen Darstellungen von seiner Hand sind aber in sehr ge- ringen Anzahl vorhanden. In der Gallerie des Louvre ist ein Bild der Venus, welche den in eine Blume verwandelten Adonis be- weint. Der Gehalt ist nach Dr. Waagen schwach und leer, doch ist das Gemälde warm und delicate ausgeführt. In der k. Pinako- thek zu München ist ein zärtlicher Schäfer bei einem in rothen Seidenstoff gekleideten Mädchen an der Fontaine , kleine Figuren. Als Meisterstück des Künstlers erklärt van Gool das Gemälde mit den spielenden Kindern des Baron Suasso.
Netscher wurde 1690 Mitglied der Akademie im Haag, und nach und nach gelangte er in derselben zu den vornehmsten Stellen. Im Jahre 1722 starb der Künstler. J. Wülfle lithographierte das Hirtenstück (Pan und Flora) in der Pinakothek zu München.
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