Nerly, Friedrich

Nerly, Friedrich, eigentlich F. Nerlich, genannt Nerly, berühmter Maler, wurde 1807 zu Erfurt geboren, und da er schon frühe große Anlage zur bildenden Kunst äußerte, fand er an Baron von Rumohr einen Lehrer und Beschützer. Nerly machte in kurzer Zeit reissende Fortschritte, und schon seine ersten Arbeiten, die er als Jüngling von 19 Jahren lieferte, liessen einen Künst- ler von ungewöhnlicher Reife erkennen. Man sah dieselben auf den Ausstellungen in Berlin und anderwärts, gewöhnlich Landschaften mit Thieren, Architektur, und auch Genrebilder. In der Sammlung radierter Blätter nach Kunstwerken, welche der Verein im preussischen Staate verlost hatte, ist eines seiner früheren Bilder, eine Landschaft mit einem prächtigen Zuge, abgebildet. Die Zahl der Gemälde, welche Nerly in Deutschland ausführte, ist indessen bisher die geringere; er ging früher nach Italien , und da nun lebt er seit mehr als zehn Jahren. Im Jahre 1820 war er in Rom ; von da aus besuchte er dann auch andere Städte und Gegenden Italiens, und seit etlichen Jahren lebt er in Venedig , als Künstler hoch geachtet, da selbst die vorurteilsvollen Italiener sein Verdienst anerkennen, so wie denn seine trefflich gedachten, in allen Theilen vollkommenen Bilder den ausgezeichnetsten Leistungen der Genremalerei angereiht werden müssen. Es sind dies Scenen aus dem italienischen Volksleben, Landschaften mit anderen Scenen, architektonische Ansichten etc. Mehrere derselben sah man auch auf den Kunstsammlungen von Berlin , München u. s. w. Mehrere seiner vorzüglichsten Gemälde werden im Kunstblatte von 1853 S. 55 erwähnt. Eine Ansicht der Piazetta mit den fernen Lagunen im Mondschein kam vor etlichen Jahren in den Besitz des Kronprinzen von Preussen, und dieselbe Ansicht hatte Nerly 1850 bereits zum siebenten Male für reisende Kunstfreunde wiederholt. Eine grüsse Landschaft mit Staffage aus Wieland’s Oberon erkaufte der Freiherr v. Rumohr. Die während der Anwesenheit des Kaisers und der Kaiserin von Österreich in Venedig veranstaltete Ausstellung enthielt von Nerly eine grosse Ansicht von Venedig, aus den öffentlichen Gärten genommen, mit einem reichhaltigen Vordergrunde und sehr ausführten Figuren. Den allerhöchsten Herrschaften wurde der Künst-

Nero. — Neroni, Bartolomeo. 487

Er nicht persönlich bekannt; drei Tage darauf erfuhr er aber zu seiner großen Überraschung, dass unter seinem Bilde ein Zettel- chen angeheftet sei, worauf stehe: acquistato da S. M. Imperatore —11’Austro Ferdinando I. Diese Auszeichnung war sehr ehrenvoll, da Nerly der einzige Fremde war, dem sie widerfuhr. Das Bild kam in den Besitz I. M. der Kaiserin. Ein anderes, kurz nachher fertig gewordenes Bild, die Heimkehr sicilianischer Fi- scher mit ihren Mädchen im Golf von Palermo vorstellend, wurde vom Thronfolger von Russland angekauft, welcher mit seinem gan- zen Gefolge den Künstler in seiner Wohnung im Palaste Pisani besuchte. Ein früheres Bild von Nerly: Büffel, welche den Mar- morblock ziehen, aus welchem Thorwaldsen die Statue Pios VII. fertigte, ist schon vor längerer Zeit aus den Händen des russi- schen Gesandten in München als Geschenk der Großfürstin He- Jena in den Besitz des Kaisers von Russland gekommen. In der Gallerie des berühmten Thorwaldsen sind ebenfalls Proben von Nerly’s Kunst,

Dann haben wir von Nerly sechs geistreich radirte Blätter mit Thierstudien nach der Natur gezeichnet. Schon 1823 sah man auf der Berliner Kunstausstellung drei solcher Blätter: ruhender Hund, Studien nach Elephanten, Kuhköpfe und andere Thiere. Diese Blätter tragen entweder den Namen des Künstlers oder ein Mono- gramm, H.7 Z.6L., Br. 9 Z. 3 L.

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