Nelli, Plautulla, eine florentinische Dominikaner Nonne aus einem adeligen Geschlechte, zeichnete und malte in Öl und Miniatur, Ihrer erwähnt Vasari, und auch Lanzi übergeht diese Künstlerin nicht, indem er sagt, dass sie meistens als gute Nachahmerin des Fra Bartolomeo erscheine, zuweilen aber auch andere Stile nach- ahme. So zeigt man in der Kirche ihres Ordens, in St. Catharina von Siena eine Kreuzabnahme, die nach der Erfindung von Andrea del Sarto von ihr gemalt sein soll. Lanzi beschreibt daselbst auch eine Erscheinung des Herrn ganz von ihr, mit einer Landschaft, die einem Neueren Ehre machen könnte. In den Figuren ist aber eine Zeichnung, die an das Alterthum rührt. In der Akademie S. Marco zu Florenz ist die Vermählung der heil. Catharina, zur Seite St. Paulus und Johannes. Dieses Bild war ehedem Hauptaltarblatt des
St. Catharinenklosters. Es hat ausserordentlich volle und zart ge- fühlte Köpfe. Im königl. Museum zu Berlin ist von dieser Plautulla ein grosses Gemälde von 1524, welches den Besuch Christi bei der Martha darstellt, und andere Heilige, die sich in symboli- scher Auffassung anreihen. Dr. Kugler nennt dies ein gemüthli- ches Bild, aber ohne Kraft. Bedeutend sind nur die Portraite der Donatoren im Vorgrunde. Im Hause der edlen Familie der Künst- lerin war zu Lanzi’s Zeit noch eine Kreuzigung mit vielen kleinen Figuren.
Lanzi lässt diese Künstlerin im 65. Jahre sterben, was aber irrig ist, da das Gemälde des Berliner Museums die Jahrzahl trägt. Nach Lanzi's handschriftlicher Notiz würde sie aber dieses Werk als Kind von Einem Jahre gemalt haben.
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