Neer, Eglon van der, Maler, genoss zuerst den Unterricht sei- nes Vaters Artus, besuchte aber später die Schule J. Vanloo’s, weil er sich mehr zur Historienmalerei gezogen fand. Er machte unter Vanloo’s Leitung schnelle Fortschritte, so dass er schon im zwan- zigsten Jahre zu Paris seine Studien fortsetzen konnte, und nach- dem er hier fast vier Jahre zugebracht hatte, liess er sich als aus- übender Künstler in Rotterdam nieder. Hier malte er anfangs hi- storische Darstellungen und Genrebilder , die in Anordnung und Färbung, und einer gewissen theatralischen Geziertheit wegen Bei- fall fanden, im Ganzen aber viel geringeres Verdienst haben, als die Werke seines Vaters. Er malte auch Bildnisse, die nicht we- niger gefielen, als seine oben erwähnten Werke. Er malte sie zart und mit blühenden Farben, was auch mit seinen übrigen Com- positionen der Fall ist. In Darstellung der Stoffe hatte er grosse Geuschicklichkeit, was die Bilder seiner in Atlas und andere Stoffe gekleideten Damen u. s. w. beweisen. In der zweiten Periode sei- nes Lebens malte er nach Brod, da ihn seine erste Frau, deren Mitgift er zum Teil in Rechtshändeln verschleuderte, mit sechzehn Kindern beschenkte. Diese Anzahl vermehrte er in zweiter Ehe mit der Miniaturmalerin du Chatel noch um 9 Kinder, und nach- dem auch diese gestorben war, schritt er in Düsseldorf mit der Malerin Breckvelt zur dritten Ehe, die aber weniger frucht- bar war. Jetzt ernannte ihn der König von Spanien zum Hofma- ler, nach Madrid zu gehen konnte sich aber der Künstler nicht entschliessen. Er blieb am pfälzischen Hofe zu Düsseldorf, und starb da 1705 im 60. Jahre.
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