Neelmeyer, Ludwig

Neelmeyer, Ludwig, Landschaftsmaler von Osnabrück , wurde 1814 geboren, und da er schon in früher Jugend Neigung zur Kunst äußerte, so nahm sein Vater, ebenfalls Maler, keinen An- stand, auch den Sohn auf die gleiche Bahn zu leiten. Im Jahre 1833 begab sich Neelmeyer nach München , um an der Akademie daseibst seine Studien fortzusetzen, und das rege Streben, welches die Künstler in dieser Stadt beseelt, spornte ihn zu gleicher Thä- tigkeit. Neelmeyer wählte das landschaftliche Fach, worin er auch bereits mehrere Proben eines schönen Talentes gegeben hat. Im Katalog des Kunstvereines zu München sah man mehrere seiner Bil- der ausgestellt, in welchen sich ein glücklicher Sinn für Form und Farbe offenbarte. Er malt offene Gegenden, Gebirgs- und Waldlandschaften, Bilder von angenehmer Haltung.

Neer, Aart van der. 467

— Noer, Aart van der, Landschaftsmaler , ein berühmter Künstler,

über welchen uns aber Houbracken wenig Nachrichten beibrachte,

obgleich dieser Schriftsteller den A. v. d. Neer noch gekannt zu

haben scheint. Er nennt ihn nur in der Lebensbeschreibung seines Sohnes Eglon so obenhin. Einige lassen ihn zu Amsterdam

geboren werden, andere, namentlich R. van Eynden, Geschichtswissenschaft etc. I. 03y glauben, dass Arthur zu Gorinchem das Licht der Welt

erblickt habe. Das Geburtsjahr schwankt wieder zwischen 1613

und 1619, und während Einige schreiben, dass der Künstler im

hohen Alter gestorben, ist es Burton, der als sein Sterbe-

jahr nennt, G. van Spaan entgegen, der in seiner Beschreibung

vom Rotterdam den Aart van der Neer 1601 noch unter die lebenden

Künstler zählt. Den Lehrmeister des Künstlers nennt uns die

Geschichte ebenfalls nicht, R. van Eynden meint aber, dass er im

reinen Landschaftsfache D. R. Kamphuizen, und in Städteansichten

van der Meer zum Vorbilde genommen habe. Er lebte gewöhnlich

in Amsterdam, und da starb er auch.

Eine bedeutende Einwirkung auf die Entwicklung der holländischen

Landschaft übte Rembrandt, sein Schüler G. van Battem

ging ihm nach, ebenso J. Lievens, und diesen zunächst dürfte

nach Kugler, Gesch. d. Malerei II. 232, Artus van der Neer zu

stellen seyn. In seinen Bildern tritt nach der Behauptung des erwähnten

chriftstellers das Element der Dämmerung, welches der

Phantasie des Beschauers einen freien Spielraum gewährt, als das

Hauptsächliche und Bestimmende hervor. Ein Teich im Walde,

von hohen dunklen Bäumen umgeben; ein einsamer Canal, in

dessen ruhiger Fluth sich der Schein des Mondes spiegelt; ein stilles

Städtchen, vom Schimmer des Mondes traulich-märchenhaft über-

gosien; — zuweilen die friedliche Ruhe der Nacht durch das röthliche

Feuer einer Feuersbrunst unterbrochen —, dies sind die Gegenstände,

welche van der Neer mit Vorliebe wiederholt, in freier, liebens-

würdigster Weise ausgeführt, und mit denen er die Blicke des

Beschauers stets auf’s Neue fesselt. Beispiele dieser Art hielten

mehrere Gallerien, in München aber sind die Werke dieses Künstlers selten.

Die k. Gallerie zu Dresden bewahrt zwei meisterhafte Bilder,

eine Abenddämmerung mit dem Vollmonde, und eine Nacht mit

bewölktem Himmel, durch welchen der Mond bricht;

Ein vorzügliches, großes Gemälde dieses Künstlers ist auch in

der k. Pinakothek zu München: ein Teich im Walde, mit hohen

Bäumen am Gestade, die sich im Wasser spiegeln. Dieses

Bild beweiset, dass der berühmte Mondscheinmaler Neer auch andere

Tagszeiten trefflich darzustellen gewusst habe.

Ein Gleiches verhält sich auch mit dem schönen Bilde der Galerie

des Louvre zu Paris. Dieses Gemälde stellt ein Dorf am

Ufer des Flusses dar, mit Kirchen, welche A. Cuyp gemalt hat.

Ein meisterhaftes Bild ist ferner in der k. k. Gallerie zu Wien,

eine Mondnacht vorstellend. Man sieht, daβ ein Gartengehege und

Gebäude, an einem von Dämmerung durchschnittenen Fluss. In der

Ferne ist eine Stadt, an welcher Schiffe vor Anker liegen. Über

der Gegend schwebt der Mond von zarten Wolken umlossen,

und ergiesst einen Silberschein über die Flur. Der Grundton

ist bräunlich, so wie er in van der Neer’s besseren Werken herrscht.

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