Nedel, Genremaler zu Wien

Nedel, Genremaler zu Wien, ein Künstler, der uns 1833 durch

das Kunstblatt zuerst bekannt wurde. Damals hieß es, dass er in Auffassung des Gemeinen ein großes Talent besitze, und auch in der Farbe fortwährend Gutes leiste.

L4 ° . B . N Nee, François Denis, Kupferstecher , geboren zu Paris um 1735, gestorben daselbst 1818. Jener sowohl durch sein Talent, als durch seinen Unternehmungsgeist ausgezeichnete Künstler war Schüler von Ph. le Bas, und schon unter der Leitung dieses Meisters unternahm er eine Arbeit, die ihm als Jüngling grosse Bewunderung brachte. Damals dachte man eine zweite Auflage des Recueil de peintures antiques, publ. par Caylus et Mariette, zu veranstalten, aber die Platten waren teilweise zum Abdrucke ganz unbrauchbar. Nee unternahm die Wiederherstellung derselben, und war dabei dermassen glücklich, dass von denselben Platten die zweite Auflage gemacht werden konnte. Diese besteht in 3 Voll., gr. fol., wel- che Molini und Lamy verlegten. Jetzt sind sie im Besitze von Treuttel und Würtz. Die Bahn war unserem Künstler einmal ge- brochen, und sein Talent, seine liebenswürdigen Eigenschaften führten ihn auf derselben standhaft fort. Er erwarb sich Freunde, die ihm in der Folge zu bedeutenden Arbeiten verhalfen, wie Co- chin, Generalpächter Laborde, Generaleinnehmer Joubert, Pe- rignon, Bervic, Wicar, Cassas, Filhol und Melling. Gleiche Gesinnung und gleicher Zweck verband ihn mit seinem Mitschüler Masquelier, und in diesem Wetteifer vereinigten sie jetzt ihr Ta- lent zu größeren Unternehmungen. Sie stachen nach Moreau, Co- chin u. a. Darstellungen aus Ovid’s Metamorphosen, die schönen Blätter zu Laborde’s Essai sur la musique, und zu dessen Chansons, und eine Menge von Vignetten für verschiedene Werke. Alle diese Stiche sind in kleinem Formate, endlich aber fassten die Künstler zu einem Unternehmen Muth, welches grosse Kräfte erforderte, aber die Mühe nicht glänzend belohnte. Es ist das jenes unter dem Titel der Tableaux pittoresques de la Suisse bekannten, von Füssly nur zu oft getadelten Werkes, welches Laborde bei Lamy herausgab, 430 Blätter mit Text, jetzt im Verlag von Treuttel und Würtz. Dieses Werk wurde sehr ehrenvoll aufgenommen, und nun schritten die Künstler zu neuen Unternehmungen ähnlicher Art. Es ist dies die Voyage de la Grèce, par Choiseul-Gouffier, die Voyage de Naples et de Sicile, par Saint-Non, und endlich fassten Laborde und Joubert den Plan zur Herausgabe der De- scription pittoresque de la France, und der Description de la Gal- lérie de Florence, wobei Nee und Masquelier als leitende Künstler erscheinen. Die Grösse des Unternehmens machte jetzt eine zweckmässige Eintheilung der Arbeit nöthig, eine strenge Leitung derselben, und so nun übernahm Masquelier die Gallerie de Flo- rence, und Nee die Description de la France. Die politischen Stürme traten dem Unternehmen hemmend entgegen, der Muth und die Ausdauer der gegenseitig Beteiligten besiegten aber alle Hindernisse, und in ruhigern Tagen gelangte die Arbeit zum Ziele. Die Voyage pittoresque de la France erschien in 12 Bänden mit 828 Kupfern und Text, Straßburg bei Treuttel und Würtz. Nee, immer eifrig und wagend, übernahm hierauf ganz allein den Stich der Platten zur Voyage d’Italie et Dalmatie, nach Zeich- nungen von Cassas, 14 Lieferungen in gr. fol. Von diesem Werke gibt es auch Exemplare vor der Schrift, welche aber nur kunst- schützende Souveraine erhielten. Das Hauptwerk, welches Nee besorgte, bleibt aber die Voyage de Constantinople et des rives du Bosphore von Melling, welches wir auch im Artikel des letzte-

ren erwähnt haben. Die Größe des Werkes bot bei der artisti- schen Ausführung viele Schwierigkeiten; Nöe überwand sie alle, und besonders durch die verständige Anwendung der Conte’schen Maschine, durch welche er die weiten Himmel und das Wasser * auf bewunderungswürdige Weise darstellte. Um die Organisation dieses Prachtwerkes erwarb sich ein chemaliger Notar das erste Ver- dienst, aber schon nach dem Erseheinen der ersten Lieferung trat das Haus Treuttel und Würtz ein, und auf Kosten desselben kam es 2 Jahre nach Nöe’s Tod zu Stande. Es sind dies 52 Blätter in gr. fol., mit einem Band Text. Dieses Werk ist für Frankreich, für die Unternehmer und für die Hünstler gleich ehrenvoll; allein Nöe, der so anhaltend, so viel gearbeitet, starb dennoch in unwürdiger Dunkelheit;

Außer den oben erwähnten, zahlreichen Werken nennen wir noch:

  1. Benjamin Franklin im Armstuhle, nach Carmontel. Chez D. Nee, fol. ?

  2. Derselbe stehend. On la vu desarmer les tyrans et les dieux, nach demselben. Chez D. Nee, fol. .

  3. Ein junger französischer Prinz von dem personificirten Frank- reich nach dem Tempe der Unsterblichkeit geführt, nach St. Quentin, mit Masquelier gestochen, fol. Im ersten Drucke vor der Schrift. A

  4. Garans de la Felicite publique, nach demselben, fol. ‘

  5. Die Bartolomäasnacht, nach Gravelot, gr. 4. Für eine Quart- ausgabe der Henriade.

  6. Neptune calme les flots, nach Basan, fol.

  7. Dejeune de Ferney, nach Dance, fol.

  8. Der Bärentanz, nach Mayer, qu. fol.

  9. La pêche aux Grecisses, nach Berghem.

  10. L’abreuvoir, nach demselben, zwei kleine Blätter,

  11. L’amour de la gloire, nach J. B. le Prince, 1778, fol.

  12. Das Monument Heinrich IV., reiche Composition, nach F. Pourbus, gr. fol. ,

  13. — 14) I. und II. Vue des environs de Dresde, nach Dietricy, r. qu. fol.

  14. Vue du Mont St. Gotthard, nach du Chatelet, qu. fol.

  15. — 18) T., II. et III. Vue du Fort royal de la Martinique, nach Chev. d’Epernay, 3 Blätter in gr. qu. fol.

  16. Vue de la ville de Lyon et du Chateau de Pierre-Encize, nach Lallemand. Nee direx., fol.

  17. Vue des environs de Frascati, nach J. B. Lallemand, gly- fol.

  18. Vue de la Fontaine des Environs de Tivoli, nach demsel- ben, gr. fol.

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