Nash, John, Architekt zu London , ein vielbeschäftigter Künstler , der aber bei allen Mitteln doch nichts Wahrhaft Grosses geschaf- fen hat. Er rühmte sich, die Architektur des classischen Alter- thums studirt zu haben, allein er zeigte in seinen Werken, dass er den Geist derselben nicht erfasst, und dass er jene bedeutungs- vollen Formen nur entlehnt habe, um sie seinen eigenen barocken Erfindungen beizumischen. Nash war schon zu Anfang unsers Jahrhunderts beliebt, und hatte bereits mehrere Privathäuser, Vil- len, und Casinos gebaut, gewöhnlich im Geschmacke des Palladio, den er aber nach seiner Ansicht weit übertroffen zu haben glaubte. Seine Landschaftshausbauten sollten durchaus in einem neuen Style geführt seyn, Später blieb er aber nicht mehr in diesem engeren treise architektonischer Bestrebungen; er fand an dem verstor- benen Könige eine mächtige Stütze, der zum Nachtheile der Ver- schönerung Londons den Künstler in allen Unternehmungen be- günstigte, Nash verschwendete ungeheure Summen, wesswegen er zur Rechenschaft gezogen wurde, aber erst gegen Ende seiner Lauf- bahn und ohne Erfolg. Im Jahre 1835 machte der Tod des Künst- lers den weiteren Untersuchungen ein Ende.
Nash fertigte die Plane zu den meisten Gebäuden der Regent- Street, und 1824 auch jenen zur Allerseelen-Kirche mit ihrem ba- ronischen Thurme, der ebenfalls in der Regent Street Nash’s Geschmack- losigkeit verkündet. Der Triumphbogen am Green-Park, so wie mehrere der palastähnlichen Gebäude von Regent-Park sind gleich- falls nach seinen Plänen erbaut, wie Chester-Terrace mit zwei Eingängen gleich Triumphbogen in reicher corinthischer Ordnung. York-Terrasse und Sussex-Place erfreuen sich ebenfalls der Kunst dieses Architekten, und Proben derselben findet man auch in Cum- berland und zu Hannover. Von 1825 — 1850 restaurirte er das Buckinghamhouse, so wie es jetzt ist, nicht sehr geschmackvoll. Er herrschen kleinliche Theilungen darin, Früher decorirte er den
königl. Palast zu Brighton. Sir John Nash hatte eine glänzende Einnahme. Bei den Bauten von Regent-Street, Strand etc. zog er 46.196 Pfd. St. Emolumente. Letztere sind gesetzlich. Sie wur- den zu Anfang des vorigen Jahrhunderts auf 5 % vom Kostenbe- trage des Baues festgesetzt; gegenwärtig beträgt bei öffentlichen Bau- ten die regelmäßige Renumeration 3 %. Dann verdanken wir die- sem Künstler folgendes Werk:
Views and illustrations of his majesty’s palace at Brighton, by Joh. Nash, private architecte to the king, mit 23 grossen Platten und 6 kleineren, alle colorirt. London, gr. ol.
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