Nahl, Johann August

Nahl, Johann August, Bildhauer, geboren zu Berlin 1710, ge- storben zu Cassel 1781. Den ersten Unterricht ertheilte ihm sein Vater Johann Samuel, hierauf kam er zu Schlüter, und endlich trat er eine Kunstreise nach Frankreich und Italien an. Er be- suchte da mehrere Werkstätten, und die Kenntnisse, welche er sich während dieser seiner Wanderjahre erwarb, waren so bedeu- tend, dass er nach seiner Rückkehr in Strassburg um das Meister- recht einkommen durfte. Ob indessen hier von Strassburg im El- sass, oder vielmehr von Strassburg in der Mark Brandenburg die Rede ist, ist unsers Wissens nicht genau zu bestimmen. Im Jahre 1736 vermählte er sich daselbst, und arbeitete bis in jener Stadt, worauf er nach Berlin berufen wurde. Damals gab es in jenem Orte, so wie in Potsdam , Charlottenburg und Sans- souci viel zu thun. Nahl ist einer der vorzüglichsten, welche zur Verzierung jener Bauten beitrugen. Er fertigte viele Statuen , Grup- pen, Vasen, Ornamente an Säulen und Decken, u. a. In Berlin verzierte er das Opernhaus mit Bildsäulen und halb erhobenen Ar-

beiten, Er bekleidete in Preussen die Stelle eines königlichen Direktors; doch war nach damaliger Weise seine Stellung nicht fix, und so verliess er 1746 Berlin, und begab sich nach der Schweiz , wo er neun Jahre und die längste Zeit in Bern lebte. Hier fertigte er berühmte Monumente für die Kirche zu Hindelbank bei Bern , und darunter das Grabmal der 1751 verstorbenen Pastorin Langhans, welches Haller und Wieland besungen haben. Nahl stellte hier die Mutter mit dem Kinde dar, wie sie am Tage des jüngsten Gerichtes aus dem zerbrochenen Grabmal hervorkommt.

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