Nahl fertigte indessen auch mehrere andere schöne Bildwerke; 1780 ein über den Verlust eines Vogels weinendes Kind in weissem Marmor; einen liegenden Flussgott in weissem Marmor; die Büste seines angestammten Fürsten, und jene des Hieronymus Napoleon; jene seines Vaters; Reliefs im Marmorsaale zu Wilhelmshöhe bei Cassel; einige Grabmonumente mit sinnigen Darstellungen etc. Nahl war ein sehr talentvoller

Nahl fertigte indessen auch mehrere andere schöne Bildwerke; 1780 ein über den Verlust eines Vogels weinendes Kind in weissem Marmor; einen liegenden Flussgott in weissem Marmor; die Büste seines angestammten Fürsten, und jene des Hieronymus Napoleon; jene seines Vaters; Reliefs im Marmorsaale zu Wilhelmshöhe bei Cassel; einige Grabmonumente mit sinnigen Darstellungen etc. Nahl war ein sehr talentvoller, denkender Künstler, und daher zeichnen sich seine Werke vor andern gleichzeitigen Erzeugnissen der Plastik besonders aus. Er wurde Professor und akademischer Rath, und 1808 k. westphälischer Akademie-Direktor in Cassel ,

Nahl, August. — 105

Im Jahre 1843 fand der Künstler in den frühesten Buhla: soi-

a. Dediy w $ unr 88 N.Hu. JQ5W£'1ABW% ‚Maler, wurde 1756 zu Clanne unweit Betn , ‚außıddm , Landgute seines Vaters, des berühmten Bildhauers „ d &. Nahli, ‚gehoren,.: ‘Letzterer ertheilte ihm auch den ‚ersten Un- „.. 14 terrjoßt ,, da :eriaber immer mehr Neigung zur Malerei als zur Plastik zeigte, so suchte er schon in Cassel den Rath des berühm- ‚ten Tischbsin., Hierauf kam er nach Strassburg , um bei einem ‚g:n_igsg‚n 'I_%p\ie_ich und bei, dem Landschatter Bemmel seine Stu- jen forjzusetzenz. allein der junge Nahl gewann da eben so we- 'nig, als später beim Bildnissmaler Handınann in Bern . , Im zwan- zigsten Jahre begab sich der Künstler nach Paris , um unter Le . .. .‚Sueur’s Leitung seine Studien zu ordnen, und wie sehr er sich an diesen Meister gehalten habe, beweiset der Umstand, dass der Geist jenes ‚Meisters in Nahl’s Compositionen immer zu erkennen ‚... 36r Im Jahre 177‘i reiste er zum erstenmale nach Rom, wo er etzt sieben Jahre verblieb. und auch auf das eifrigste seiner hö- ; £ereti Ausbildung oblag. Er zeichnete zwei volle Jahre allein nach der Antike, dann malte er sechs Monate lang grau in grau Statuen _ für den Prinzen von Sachsen - Teschen, uu% nebenbei besuchte er ‚die ‚Akademic ‚des Campidoglio, die ihm mehrere Preise zuer- kannte, Endlich fing er an, Werke der berühmtesten Meister zu ” copiren, und jefzt waren es besonders Rafael und Guido, welche ihm die höchste Bewunderung einflössten, Er copirte mehrere Werke dieser Meister, und erst nach fünf Jahren wagte er es, in eigener Composition seine Kräfte zu versuchen. Eines seiner reich- ” sten und ausgeführtesten Gemälde seiner Zeit stellt ein Opfer an ‚ die Venus dar. Im Jahre 1781 nöthigte ihn endlich die Krank- heit seines Vaters zur Heimkehr, aber wenige Stunden nach sei- ner‘ Ankunft in Cassel war dieser nicht mehr. Nahl verweilte ietzt ‚nicht mehr lange in Cassel, sondern begab sich nach Eng- and, wo er fünfzehn Monate verblieb, bis er über Holland wieder in die Heimath zurückkehrte. Aehnliche kurze Reisen machte er 1786 und 1787 wicder nach Rom und Neapel, und zum zweiten- ’male nach London , bis er endlich zum drittenmale nach Rom sich begab, wu er jetzt zehn Jahre verlebte. Angereizt durch die Werke Hackert's fing er in Rom auch an, Landschaften zu malen, - und hielt sich desswegen oft Monate lang in Tivoli, Albano und Frascati auf. Er studirte auch mit Eifer die Werke des Claude Lorrain, S. Rosa’s und anderer Meister; allein er erreichte in der Landschaft dennoch nicht die Stufe, auf welche er sich im Histori- schen geschwungen hatte. Scine entschiedene Richtung ging zum Plastischen, zum Zarten, Idyllischen. Daoch wendete er ın seinen historischen und mythologischen Darstellungen häufig die Land- schaft an, die aber auch in seinen besseren Werken immer unter- geordnet ist. In der letzteren Zeit seines Aufenthaltes in Rom, nachdem er von einer Fussreise in der Schweiz dahin zurückge- kehrt war, fertigte er mehrerc historische Zeichnungen in brauner Tusche, welche einige Kunstliebhaber in Basel bei ihm bestellt hatten, und die Zeichnungen in dieser Manier gefielen dem Künst- Jler und andern so wohl, dass er darüber das Malen in Oel fast gä'nzlich aufgab. In Göthe's Winckelmann heisst es, dass diese lätter sehr zart und gefüllig behandelt seien. In dem erwähnten Werke wird auch der Malereien dieses Künstlers gedacht, besoan-

ders _ seiner erotischen Darstellungen in reizenden Landschaften, die Nahl. im Geiste Albano’s überaus rein und fleissig ausführte.

Dabei wird bemerkt, dass Nahl’s durch Studium der Aktik

gebildeter, Geschmack vielleicht noch reiner sei, als er sich in Al- lani’s Gemälden offenbare, doch sei bei letzterem das Poetische reicher, das Colorit fröhlicher. Der Künstler malte in Rom mehrere Gemälde aus, deren einige nach England kamen. Zu den gelungensten gehöre Venus, welcher Amor einen Dorn aus dem Auge zieht, Ariadne auf Naxos, Narciss, Oint und Sophronia, eine Kopie von Guido’s Aurora u. a. etc.

Im Jahre 1792 kehrte Nahl nach Cassel zurück; er wurde jetzt Professor an der Akademie und von 1815 auch die Stelle eines Direktors der Classe der Malerei bekleidete, bis er endlich 1825 starb. In der ersteren Zeit seines Aufenthaltes in Cassel be- schäftigte er sich fast ausschliesslich mit der Ausführung seiner Landschaftlichen Studien, und dann zeichnete er vieles in seiner eigenthümlichen Tuschmanier. Als Göthe 1799 und 1800 „in den Propyläen“ seine Preisaufgaben für malerische Compositionen bekannt machte, bewarb sich auch Nahl um die Preise der zweiten Aufgabe, welche den Abschied des Hektor von der Andromache betraf. Unser Künstler erhielt diesen Preis; so wie jenem von 1801, wo ebenfalls in den Propyläen zur Aufgabe gegeben wurde, den Achilles am Hofe des Lycomedes darzustellen. Von dieser Zeit an wurde Nahl vom Weimär’schen Hofe mit Aufträgen beschäftigt, und 1807 erhielt er den Preis bei Gelegenheit der „Homburger Künstlern- ausstellung. Früher hatte der Künstler fast nur gezeichnet, um jene Zeit aber wendete er sich wieder der Historienmälerei zu. Er führte in dieser Gattung noch mehrere bedeutende Werke aus, worunter sich auch eine Landschaft befindet, mit den Brauträubern Castor und Pollux.

In Nahl’s Werken offenbart sich eine durch gute Studien geleitete Phantasie und ein bildender Sinn für ausdrucksvolle, und wohl- gefallige Form. Er machte gerne seine in früher Zeit erlangte Ge- schicklichkeit im Modelliren geltend, es ging aber manchmal ein fast zu statuarischer Charakter in seine Gestalten über. Reichthum der Composition und Zauber der Farbe suchte er nicht ängstlich zu erzielen, dagegen sah er auf Harmonie und eine fleissige, zier- liche Ausführung. F. Schröder stach nach ihm den Aquaduct, eine Partie des Weissensteins bei Cassel und drei andere Aussichten vom Weissenstein; Durmer: Venus und Adonis; Neidl: Ceyres am Aetna die Fackel anzündend, um Proserpina zu suchen; Langhöfel: sechs Prospekte in Aquatinta.

Es gibt auch radirte Blätter von J. A. Nahl:

  1. Pigmalion et sa statue, Pygmalion umarmt seine Statue, nach Cor. Cornelissen. J. A. Nahl fec., kl. qu. fol. Es gibt Abdrücke auf blaues Papier.

  2. Eine ruhende Bacchantin bei einer Vase, in der Ferne die Statue des Pan, A. Nahl fec., schön radirtes Blatt, gr. qu. 8. z

  3. Dafne et Amore, nach Gessner zart componirt. Bezeichnet: ? fi)ud Joan Volpato. Sehr nettes Grabstichelblatt, oval qu.

  4. Jupiter den Ganymed liebkosend, nach W. Büttner, mit einem Monogramme bezeichnet;

Vorsicht

Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.

Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.

Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_qsM-AAAAcAAJ_2/