Myn, Hermann van der

Myn, Hermann van der, Maler, wurde 1684 zu Amsterdam ge- boren, und von E. Stuven in der Kunst unterrichtet. Anfänglich malte er Blumen und Früchte in der Weise Stuven’s, endlich aber fing er an, Bildnisse und historische Darstellungen zu malen. Diese Werke verschafften ihm einen Ruf an den Hof des Churfür- sten von der Pfalz ; allein er kehrte schon 1717 wieder nach Hol- land zurück, und ging von da nach Paris , wo er dem Herzoge von Orléans einige Gemälde anbot, deren Preise aber für zu enorm befunden wurden. Später begab sich dieser Künstler nach Lon- don, und hier nun verlebte er eine Reihe von Jahren. Er malte Bildnisse in Lebensgröße, einige in ganzer Statur. Für ein sol- ches bezahlte ihm der Herzog von Chandos 500 Pf. St. Auch den Prinzen von Wales malte er mit solchem Beifalle, dass der Herzog seine Schwester, welche den Pinsel gut führte, bat, ihm den Künstler zu malen. Für die Restauration der Malereien in Bur- leigh erhielt er 500 Pf. St., und überhaupt war sein Einkommen

Robert van der Myn, — Myron.

bedeutend. Allein er lebte verschwenderisch, und hinterließ auf solche Weise bei seinem Tode seiner zahlreichen Familie nichts. Im Jahre 1730 musste er Schulden halber London verlassen, und so ging er nach Holland zurück. Hier gab ihm der Prinz von Oranien einen jährlichen Gehalt von 1500 fl., allein er glaubte es zuletzt in England noch besser zu finden, und reiste daher wieder nach London , wo er in demselben Jahre in Armut starb.

Van der Myn malte mit ausserordentlichem Fleisse. Den Samt, die Spitzen, und sogar die Fäden in den Strümpfen ahmte er auf das genaueste nach. Auch die Fleischtheile malte er mit Kunst. Im Jahre 1717 stellte er im Haag das Bild einer Danae aus, welches Künstler und Kunstfreunde bewunderten; allein der Preis war so ausserordentlich hoch, dass es Niemand kaufte. Er kam in Folge seiner übertriebenen Forderungen auch öfter in die Lage, seine Arbeiten verpfänden zu müssen, und selbe zu verlieren, wenn er sie nicht zur gehörigen Zeit einlösen konnte. Diese so fleissig vollendeten Bilder machen indessen den geringeren Theil seiner Werke aus, da er öfter um Brod arbeiten musste.

De Metteli stach nach ihm ein sitzendes Mädchen in halber Figur, mit Notenblatt und Flöte, über die Brüstung blickt ein Alter. De Metteli stach die Halbfigur einer Dame mit einem Notenblatte, dabei ein Alter, welcher die Börse zeigt.

Von ihm selbst gemalt und in Schwarzkunst gestochen ist folgendes Blatt: Ein alter Wucherer, welcher Geld zählt, in halber Figur, From ampl Bays the Miser etc., fol.

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