Mutschelle, Joseph Bonaventura

Mutschelle, Joseph Bonaventura, Bildhauer, wurde 1734 zu Bamberg geboren, und sein oben erwähnter Vater ertheilte ihm den ersten Unterricht. Hierauf suchte er in Augsburg Condition, und schon hatte sich der Künstler mit der Wittwe des Egidius Ver- helst in ein eheliches Bündniss begeben, als er nach Frankreich sich begab. Nach einiger Zeit liess er sich in Fürth nieder, wo sich Mutschelle während des siebenjährigen Krieges einen so gu- ten Ruf erwarb, dass ihm der Magistrat von Nürnberg erlaubte, sich daselbst niederzulassen, was einem Katholiken selten wieder- fuhr. Er fertigte hier viele Bildwerke, nicht selten in Gemein- schaft seines Bruders Martin, und besonders nennt man das schöne Grabmal eines Herrn von Kress in Grundlach,

Von Nürnberg aus erhielt der Künstler einen Ruf nach Russland als Modellmeister an der großen kaiserlichen Porzellanmanufaktur bei Moskau, und er reiste daher 1771 ab. Seine Verpflichtung ging nur auf drei Jahre, der Aufenthalt gefiel ihm aber so wohl, dass er seinen Stiefsohn P. Verhelst aus Deutschland kommen liess, um demselben die Arbeiten der Manufaktur zu übertragen. Er selbst wurde in Moskau als kaiserlicher Hofbildhauer mit 1200 Ru- beln angestellt, jeden Morgen um 7 Uhr mit einer kaiserlichen Equipage in die Werkstätte gefahren, und um 11 Uhr wieder ab- geholt. Die übrigen Stunden konnte er zu jeder beliebigen Arbeit verwenden, aber dennoch war ihm seine Beschränkung lästig, und er verzichtete bald auf seine Besoldung. Jetzt arbeitete er mit dem Charakter eines Hofbildhauers um Honorar, und wurde mit öffent- lichen und Privatarbeiten so überhäuft, dass er seinem Bruder Martin in Bamberg viele elfenbeinerne Bildwerke übertragen musste. Er starb 1778 zu Moskau.

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