Murena, Carlo, Architekt von Rom, studierte anfangs die schönen Wissenschaften, Philosophie und die Rechte, verließ aber dann diesen Weg wieder aus Liebe zur Baukunst. Sein erster Meister war N. Salvi, dann aber kam er auf Verwendung des Cardinals Barberini seines Gönners, zu L. Vanvitelli, welcher damals gerade das Lazareth von Ancona baute. In kurzer Zeit kam er so weit, dass ihm der Meister verschiedene Bauten anvertraute, und dass, da jener nach Neapel gegangen war, Murena für sich selbst genug Beschäftigung fand. Sein erstes öffentliches Werk von grös- serer Bedeutung ist die Kirche der Olivetaner des Monte Morcino zu Perugia , und dann fertigte er die Zeichnung zum Tabernakel der Olivetaner Kirche zu Terni. Hierauf baute er zu Foligno die Kirche der Nonnen von St. Trinita, und durch diese Bauten hatte er sich bereits so bekannt gemacht, dass er nach Rom berufen wurde, um die Capelle Zampaj in St. Antonio de Portoghesi zu bauen, ein reich, aber teilweise ganztisch verziertes Bauwerk, so wie es indessen der damalige Geschmack erheischte, welchem aber Murena nie ausschweifend huldigte. Viel grössere Beach- tung verdient die von ihm erbaute geräumige Sakristei der Kirche St. Augustin mit ihrem herrlichen Gewölbe und den etwas über- ladenen korinthischen Pilastern. Vorzüglicher ist aber das Haus der Carthäuser von St. Lucia della Chiavica, sowohl wegen seiner Einfachheit im Äussern, als wegen der Schönheit und Regelmißigkeit im Innern. Murena baute auch die Capelle Bagni in St. Pietro, fertigte die Zeichnung zum grossen Altar in St. Pantalon, und besonderen Beifall erntete er mit dem Plane zur Fa- cade des Palastes des Cardinals und Gesandten Rochechouart, zur Zeit, als dieser den Purpur erlangte. Murena’s Ruhm war bereits in ganz Italien verbreitet, als ihn 1764 im 51. Jahre der Tod plötz- lich dahin raffte.
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