Mura, Francesco de, genannt Franceschiello, Maler von Neapel,
war einer der besten Schüler des F. Solimena, darum aber den-
noch kein Künstler von wahrem Verdienste. Er ist manieriert in
der Zeichnung und buntscheckig in der Färbung. Im übrigen ist
er ein getreuer Nachahmer Solimena’s, in Göthe’s Winckelmann
heisst es aber, dass die Behandlung seiner Werke im Ganzen nur
noch leichtsinniger, loser, und dabei nicht so geistreich als die seines
Meisters sei; bei ernsthaften Beschauern erwecke er wirklich Un-
willen, und zuweilen im eigentlichsten Sinn schmerzhafte Empfin-
dungen. Dennoch fand Mura vollen Beifall. Er trug viel zur
Verschönerung der Hauptstadt öffentlich und in Privathäusern bei.
Nach Lanzi hat ihn wohl kein Werk berühmter gemacht, als die
Wandbilder in mehreren Zimmern des königl. Palastes zu Turin ,
wohin der Künstler um 1730 berufen wurde. Da wetteiferte er
mit Beaumont, der zu jener Zeit in seiner Blüthe stand. Er malte
die Decken einiger Zimmer, grösstentheils auf niederländische
Weise. Die Gegenstände, die er wählte und, wie Lanzi behauptet,
sehr anmuthig behandelte, waren olympische Spiele und Achilles-
Thaten. In der St. Severin’s Kirche zu Neapel malte er die
Kuppel, welche schon vor ihm Belisario verziert hatte. Einige
Bilder kamen in die Cabinete des Königs, und andere nach Eng-
land. Franceschiello starb 1783. A. Baldi stach nach ihm das
Bildnis des Obersten Leonhard Ludwig Tschudi.
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