Müller, Johann Christian Ernst

Müller, Johann Christian Ernst, Kupferstecher von Troistedt im Weimar’schen, verlor schon als Knabe von 4 Jahren den Vater, das Missgeschick aber, dass er im 8. Jahre ein Bein brach, ward ihm zum Glück, indem der in der Nähe Jagd haltende Landesfürst für seine Aus- bildung sorgte. Der Großherzog übergab ihn der Aufsicht des Lega- tionsrates Fertuch, und auf Verwendung dieses Mannes wurde Müller 1788 Unterlehrer am Zeicheninstitute zu Weimar . Damals lebte Lips aus Zürich in jener Stadt; dieser wurde jetzt sein Lehrer in der Kupferstecherkunst, da Müller schon früher mehrere gelun- gene Zeichnungen geliefert hatte, für deren eine er einen Ehren- preis erhielt. Sein erster Versuch im Kupferstiche war das Stand- bild seines fürstlichen Wohlthäters in preussischer Generalsuniform und der zweite die von der Göttin des Ruhms bekränzte Büste des Herzogs Josias von Coburg. Auf Veranlassung Goethe’s stach er dann die Profilbüste Bonaparte’s als Consul. Im Jahre 1794 hielt sich der Künstler einige Zeit in Dresden auf, wo sich ihm zwar viel Kunstgenuss darbot, aber keine Arbeit von Bedeutung. Die Zeitverhältnisse nötigten ihn, seinen Grabstichblättern für Buch- händler zu widmen, und darunter sind die Loder’schen anatomi- schen Tafeln. Das Bedeutendste, Allmählig gestalteten sich aber seine Verhältnisse glücklicher, und so dachte er an die Herausgabe einer Reihe von Werken, welche Scenen aus Schiller’s Trauerspielen vor- stellen, nach Zeichnungen der berühmtesten Künstler jener Zeit, eines Matthäi, Städtler, Kaaz, Knaus, Jagemann, Opitz. Die Blätter belaufen sich aber nur auf 7, da die Kriegsjahre von 1813–15 das Unternehmen unterbrachen. Die Originale dazu werden in der großherzoglichen Bibliothek aufbewahrt. Hierauf stach Müller die Bildnisse des Großherzogs von Weimar, des Kaisers Alexander von Russland, des Herzogs von Coburg, Blücher’s u. s. w. Bemerkenswerte Jahre später besorgte er den Stich und die Herausgabe von „Connius“ der vorzüglichsten deutschen Dichter und Gelehrten, dessen Fortsetzung unterbrochen wurde. Erschienen sind die Bild- nisse von Goethe, Herder, Hufeland, Jean Paul, Kant, Klopstock, Kotzebue, Lessing, Oberthür, Schiller, Wieland und Winckelmann. Dann machte er auch viele Landschaften.

Müller wurde 1820 Professor an dem großherzoglichen Zeichen- institute, und 1824 starb er, mit dem Rufe eines geschickten Künstlers und eines biederen Mannes.

  1. Das Standbild des Großherzogs von Weimar, in preußi- scher Generaluniform, erste Arbeit des Künstlers.

  2. Büste des Herzogs Josias von Coburg, mqn fl. Göttin des Throns bekränzt, zweiter Stich desselben.

Die Profilbüste Bonapartes als Consul, ebenfalls „frühere

Arbeit Müllers, kl. fol.

  1. Carl August, Großherzog von Sachsen-Wittenberg, nach

J. Ingemann, ?

  1. Anna-Amalia, Großherzogin von Sachsen-Wittenberg, nach

M. Kraus, gr. fol.

  1. Friedrich Josias, Herzog von Sachsen-Coburg, nach Ingem-

mann. Oval, gr. fol.

  1. Johann Gottfried Herder, nach Bury,

  2. Goethe, Brustbild, gr. fol.

  3. Johann Gottfried Herder, Brustbild, gr. fol.

  4. Hufeland in jüngeren Jahren, Brustbild, gr. fol.

  5. Jean Paul Richter, Brustbild, gr. fol.

  6. Immanuel Kant, Brustbild, gr. fol.

  7. Klopstock, Brustbild, gr. fol.

  8. Kotzebue,

  9. Lessing,

  10. Oberthür,

  11. F. v. Schiller,

  12. Wieland,

  13. Winckelmann,

  14. Georg Melchior Kraus, Maler, nach Ingemann, Oval.

  15. Friedrich Wilhelm Herschel,

  16. Dr. Professor Loder, nach Tasch, Oval.

  17. Friedrich von Schiller, Brustbild nach dem Tode, gr.

  18. Roswitha von Gandersheim,

  19. Wahlenstein’s Lager, nach G. M. Kraus, gr. fol.

  20. Max Piccolomini scheidet von Pletka, nach J. Nabl, gr.

roy. fol.

  1. Thekla und Semina aus Piccolomini’s „Aeneis“, nach demselben, gr. roy. fol.

  2. Schlussszene aus der Braut von Memel, nach F. Maukhin, „gr. roy.

  3. Szene aus „Percival“, 6. Akt: Es ist mein Weil, nach G. Opitz, gr.

  4. Szene aus Wilhelm Tell, gr. roy. fol.

  5. Szene aus den Räubern, gr. roy. fol.

Von diesen Werken gibt es cohmn und colontt! Ab-

drücke.

Eine Ansicht von Weimar, nach G. M. Kraus, gross

colorirtes Blatt.

  1. Ansicht des Schlosses in Weimar, nach Haz, colorirt, gr.

u. fol.

Eine beträchtliche Anzahl von Landschaften, besonders aus

dem Unterlande und dem Weimarer Park.

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