Moroni, Gio. Batista, Maler von Albino, im Gebiete von Ber- gamo, wurde um 1540 geboren, und Moretto da Brescia war ihm Meister und Vorbild. Er malte in und um Bergamo viele Altar- blätter und historische Bilder, da er bis in die letzten Monate sei- nes Lebens nicht zu arbeiten aufhörte. Dies hat Tassi durch Ur- kunden bewiesen, nämlich mit einer langen Reihe seiner Compo- sitionen, die nach Tassi von 1557 — 1578 entstanden. Der Künst- ler arbeitete indessen schon früher, denn im königl. Museum zu Berlin ist von ihm das Bildnis eines jungen Mannes von . In Compositionen ist er seinem Meister nicht zu vergleichen, we- der in der Erfindung, noch in der Zusammenstellung und Zeich- nung, worin er zuweilen eine Trockenheit hat, die den Quattro- centisten nahe kommt. Diesen Fehler rügte schon Pasta an dem Bilde der Krönung Mariä in S. Trinitä zu Bergamo, einem sonst trefflich gemalten und verdienstvollen Werke. Als Bildnissmaler aber hat Moroni ausgezeichnete Verdienste. Desswegen sagte Ti- tian zu den Reichsverwesern in Bergamo, sie sollten sich von Mo- roni malen lassen, falls sie ihre Bildnisse verlangten. Auch Lanzi sagt, dass in wahrhafter Nachbildung, Besorgung und Belebung
der Röpfe in der Venediger Schule kein berühmterer Pinsel nach Titian gewesen, als Moroni. Seine Bildnisse scheinen zu athmen und zu leben; die Kleidungen sind Titianisch. Ist etwas daran auszustellen, sagt Lanzi, so sind es Zeichnung und Gebärdun der Hände, In italienischen Sammlungen finden sich mehrere sol- cher Werke, und die florentinische Gallerie bewahrt das eigenhän- dige Bildniss des Künstlers. In der Brera zu Mailand ist ein Ge- mälde mit dem Bildnisse eines heiligen Bischofes, In der königl. Pinakothek zu München ist ein herrliches Bildniss eines Geist- lichen mit langem Barte, und ein nicht minder treffliches ‘Portrait einer Frau. Auch die Dresdner Gallerie hat einige trefliche, kräf- tige Bildnisse von Moroni’s Hand.
Moroni’s Bildniss der florentinischen Gallerie hat G. D. Campig- nola gestochen. Scacciati stach die Darstellung im Tempel, die oben erwähnte Krönung der heil. Jungfrau, und Christus als Jüngling unter den Lehrern, eine schöne Composition nach einer Zeich- nung gestochen.
Die Initialen I. M. V. I. bedeuten ausser Jacobo Montagna und Jeronimo Muziano auch Joannes Baptista Moroni Veronese In- ventor.
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