Mormando, Gianfrancesco

Mormando, Gianfrancesco, Architekt , der sich zu Neapel in der Schule des N. de Sanlucano bildete. Dominici nennt ihn irr- thümlich einen Florentiner , denn G. Grossi (Le belle Arti II. 53) erfuhr, dass Mormando zu Mornanno in Calabrien um 1455 ge- boren wurde; allein auch dieser Schriftsteller ist im Irrthume, wenn er den Mormando bei Brunelleschi und Alberti in Florenz sich ver- vollkommnen lässt. In seiner reiferen Zeit besuchte dieser Künstler Rom , wo er nach den alten Werken der Architektur fleissige Stu- dien machte, und nach seiner Rückkehr vergrösserte er in Neapel die Kirche S. Severino. Er begann den Bau 1400, und führte ihn so weit, als er heut zu Tage erscheint. Mitunter rief ihn Ferdinand der Katholische nach Spanien, und für diesen baute er in Madrid einen Palast und eine schöne Kirche. Da Mormando auch ein geschickter Musikus war, so ertheilte der König Ferdinand seinem Architekten nun auch den Titel eines Hofmusikus; aber dennoch blieb dieser nicht in Spanien . Nach seiner Rück- kehr vollendete er den Bau der S. Severinskirche, und dann er- weiterte er auch das Kloster. Hierauf baute er den Palast des Herzogs von Vietri bei S. Chiara, jetzt der Palazzo des Prinzen Rocca Pier di Fumo. Auch der Herzog della Torre Filomarino liess durch ihn einen Palast bauen, und für die Herren Cantar- juo baute er ein grosses Casino. Das Kirchlein S. Maria della Stella erbaute er auf eigene Kosten. Dieses geschah, nach der Inschrift an der Kirche zu schliessen, im Jahre 1510. Drei Jahre darnach starb dieser Künstler. Er gehört mit G. Monaco und Ga- briel d’Agnolo zu denjenigen Architekten, die in Neapel den go- thischen Stil verdrängten, und jenen der alten Griechen und Rö- mer aus der besseren Zeit einführten.

Füssly korrigirt in den Supplementen zum Künstlerlexicon den Milizzia, der 1552 statt 1522 als Todesjahr angibt, Füssly selbst aber nennt den Künstler irrig Johann Baptist.

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