Morghen, Filippo. Maler und Kupferstecher

Morghen, Filippo. Maler und Kupferstecher , der Vater des Kupferstechers Rafael Morghen wurde 1730 zu Florenz geboren, wo sich sein aus Moritpellier gehöreter Vater niederließ und eine Ge-

einer Heiratete. Der Vater war Geschäftsmann , Filippo aber und sein Bruder Gio. Elia, widmeten sich mit allem Eifer der zeich- nenden Kunst. Nachdem Filippo im Zeichnen Sicherheit erlangt und auch bereits etliche Blätter gestochen hatte, begab er sich nach Rom , und da nun verweilte der Künstler acht Jahre, bis ihn König Carl III von Sicilien nach Neapel berief, um neben andern die herkulanischen Alterthümer in Kupfer zu stechen. Morghen ar- beitete jetzt etliche Jahre in Porcici an jenen Abbildungen, endlich aber begab er sich nach Neapel, um hier das Werk fortzusetzen. In dieser Stadt heiratete er die Tochter des Hufmalers Francesco Liani, und als geschickter Künstler fand er hier auch fortwährend Beschäftigung. Er trieb in Neapel einen Kupferstichhandel und hatte den Titel eines Kupferstechers des Königs beider Sicilien. Rafael Morghen hat sein Bildnis gestochen.

  1. Das Bildnis des Königs Ferdinand IV, 1760 nach F. Liani gestochen. In der Folge retuschierte Rafael Morghen dieses Bildnis, und änderte namentlich am Kopf des jungen Königs. Von dieser Umänderung sagt auch die Inschrift, welche hierauf gemacht wurde.

Philippus Morghen effizit an. MDGCLX. Ejusque filus Raphael patrem aemulatus an. MDCCLXXVIH ad vivum expressit.

Das Bildnis Carl II, Königs beider Sicilien, in Neapel ge- stochen, für das Prachtwerk der Antichità d’Ercolano, wel- ches von 1757 — 1762 in drei Bänden erschien. 3) Viele andere Blätter in diesem Werke über die herkulanischen Alterthümer. 4) Fünf Blätter mit Abbildungen verschiedener Malereien in den Bädern des Constantins zu Rom, 4 und fol. Etliche Apostel nach den Statuen des B. Bandinelli im Chor des Domes zu Florenz. St. Angelo der Carmelite verkündet dem heil. Franz Xa- vier die Stigmata, so wie dieser jenein das Martyrium, nach A. Barbiani, fol. 7) Das Grabmal des Michel Angelo, nach A. Chamant's Zeich- nung, fol. 8) Le antichità di Pozzuoli, Baja e Cuma inc. in Rome e publ. da F. Morghen, Napoli 1769. 40 Blätter, mit Titel, Dedi- cation und Bildnis Ferdinand VI, gr. qu., fol. Man fügt dem Werke auch noch sechs andere Ansichten und neun Blätter der Antiquities of magna Graecia von Wil- kins 1807 hinzu, ebenfalls von Morghen gestochen. 9) Gabinetto de tutte le più interessanti vedute degli antichi monumenti di Pozzuoli etc. Napoli 1803. 45 Blätter in fol. Dies ist nur ein neuer Titel des obigen Werkes. 10) Ansichten der Umgebung von Paestum, 10 Blätter, fol. 11) Die Statue des Nonius Balbus zu Pferd, von Filippo u. Alois Morghen gestochen, für das Realc Museo borbonico. Na-

‚sen, die er zum Stiche des Werkes über die herkulanischen Alter-
thümer gezeichnet, und für welches er neben Filippo Morg-
hen a.v. einige Blätter gestochen hatte. Nach seinen Zeichnun-
gen wurden auch die 26 Blätter gestochen, welche der Mar-
chese Gerini zu Florenz 1756 nach den Gemälden von G. Manozzi,
B. Franceschini etc. herausgab, unter dem Titel: Pitture del Sa-
lone imperiale del palazzo di Firenze. Si aggiungano le Vittorie
del Salone e Cortile delle imperiali Ville della Petraja e del Pog-
gio a Caiana, opere di varie celebri Pittori Fiorentini, ein Pracht-
werk von keiner großen artistischen Bedeutung, gr. fol. Ein an-
deres Kupferwerk, welches Füssly, Ticozzi etc. diesem Künstler
zuschreiben, hat den Titel: Le antichità di Pesto, nach A. Jolly’s
Zeichnung. Dieses Werk entstand jedenfalls unter Einwirkung
des Filippo Morghen, da dieser die Blätter dedicirte und gewöhn-
lich: Appo Filippo Morghen darauf setzte, nicht Elias Namen.
Beide Künstler arbeiteten häufig gemeinschaftlich, Rafael Morg-
hen stach das Bildnis dieses seines Oheims.

Das Todesjahr dieses Künstlers finden wir nirgends genannt.
Ausser den oben erwähnten Blättern der Antichità colane
und der Pitture del Salone del palazzo di Firenze, sind von ihm

NOCH:

  1. Blätter der Bibel des Raphael Sanzio, nach den Gemäl-
    den des Vatikan von A. Cunego, Carattoni, Mochetti, Pe-
    trini etc. gestochen, Rom, bei Paolo Montagnani 1789, 4.,
    gr. fol. und fol.
  2. La divina Pastora de las almas, Maria als Schäferin, nach
    E. Txamullar’s schönem Gemälde in der Kirche der Ma-
    donna zu Barcellona. G. Morghen sc., kl. fol.

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