Morales, Louis de, Maler, einer der ausgezeichnetsten Meister der kostümistischen Schule, genannt el divino, der göttliche, wurde zu Bajadoz geboren, und der nur um wenige Jahre ältere Peter Campana soll in Sevilla sein Meister gewesen sein, was wohl kaum richtig ist, da sich Campana nicht lange vor 1548 in Spanien niederließ. So wie man also nicht mit Sicherheit seinen Lehrer bestimmen kann, so sind auch die Nachrichten über seine übrigen Lebensverhältnisse ziemlich schwankend. Palomino (Las vidas de los pintores, 1742.) sagt, er sei immer arm geblieben, da er die Gemälde mit solchem Ärger ausführte, dass ihm Zeit und Mühe, selbst bei hohem Preise, nicht bezahlt wurden. Morales wurde be- wundert, man gab ihm auch den Beinamen „el Divino“, weil er nur heilige Bilder malte, man nannte sogar die Straße, wo er wohnte, nach seinem Namen, und der göttliche Morales blieb ein armer Mann. Endlich erbarmte sich Philipp II. seiner und sorgte für seinen Unterhalt, als ihm durch Arbeit die Kräfte schwanden. Der König berief ihn früher nach dem Escurial, um ihm da Arbeit zu geben, allein Morales war zur Ausführung großer Arbeiten nicht zu gebrauchen. Eines seiner Bilder, Christus mit dem Kreuze auf der Schulter, ein lebensgrosses Bruststück, schenkte Philipp dem Kloster St. Geronimo zu Madrid , es ist aber schwer zu bestimmen, ob die Werke des Künstlers bei diesen kritischen Zeiten in Spanien noch an alter Stelle sind. Unter den Gemälden, welche König Louis-Philippe von Frankreich 1837 durch Baron Taylor und den Maler Dauzats in jenem Lande an sich brachte, sollen mehrere Bilder von Morales sein, die wir aber nicht verzeichnen können. El Divino hinterließ in Sevilla mehrere Malereien, da er viele Jahre daselbst lebte. Für sein Hauptwerk erklärte man ein Altarblatt mit Thüren in der Sakristei von N. S. Antiqua in der Cathedrale. In der Mitte ist das Ecce homo und Maria und Joseph zur Seite. In S. Pablo ist ein Christus, und in andern Kirchen sah man Ecce homo’s. Das Haupt Christi malte er oft und vor- trefflich, und wahrscheinlich dieser Bilder wegen erhielt er zunächst den Beinamen el divino. Zu Madrid malte er für die Kupelle U. L. F. de la Soledad, in der Kirche des Klosters der Trinitarier
Auch im Auslande findet man Bilder von Morales, doch sind wahrscheinlich nicht alle echt. Einige bewahren englische Kunst- liebhaber, gegen die Originalität wird aber Zweifel erhoben.
In der Grosvenor Gallerie wird ihm ein sechzehnes Bild der heil. Veronica zugeschrieben; wenn aber das Ecce homo beim Mar- schall Soult in Paris echt ist, so möchte Passavant (Kunstreise etc. S. 66.) dieses Bild einem späteren Meister der spanischen Schule zuschreiben. Zu Stratton, dem Landsitze des Thomas Baring, wird ihm die Halbfigur eines kreuztragenden Christus beigelegt, ein schö- nes Bild, welches aber Passavant doch in spätere Zeit setzt. Dr. Waagen (Kunst und Künstler II. 251.) sagt, dass die spitzen Formen des Gesichtes an Tintoretto erinnern. Der Ausdruck ist edel, und die Farbe sehr grau. Auf der Bibliothek zu Oxford ist angeblich von Morales ebenfalls ein kreuztragender Christus, ganze lebens- große Figur, mit dem Calvarienberg im Hintergrunde, der von anderer Hand gemalt ist. Passavant hält zwar dieses Bild für spanisch, aber nicht für Morales. Es war in Vigo, wo es der Herzog von Ormond kaufte.
Im kön. Museum zu Paris ist ein Christus, welcher das Kreuz trägt, halbe Figur. Der Kopf ist von edlen Formen, der Ausdruck sentimental, die Figur lang und etwas gespreizt, die Lichter glü- hend, die Schatten, wie das etwas blecherne blaue Gewand sehr dunkel, der Grund schwarz. So sagt Dr. Waagen (l. c. 1859. IIl. 634.), er spricht sich aber nicht über die Echtheit des Bildes aus, da er nie ein beglaubigtes Bild dieses Meisters sah.
Mehrere Bilder dieses Künstlers sind im spanischen Museum, welches der König Ludwig Philipp 1853 bildete. Der Baron Taylor und der Maler Dauzats erwarben in Spanien die Bilder dazu. Der Marschall Soult erkaufte in Spanien ein ausgezeichnet schönes und zart gemaltes Ecce homo.
Auch in der kön. Gallerie zu Dresden ist ein ungemein zartes auf Holz gemaltes Ecce homo von diesem Meister. Die Pinakot- heken zu München und Berlin besitzen bisher noch kein Werk von Morales.
L. Aristide stach ein Ecce homo, Halbfigur in Einfassung. Dieser berühmte Künstler starb zu Badajoz 1580.
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