Monvoisin, Pierre Raymond Jacques

Monvoisin, Pierre Raymond Jacques, Maler, wurde zu Bordeaux geboren, und nachdem er in den nötigsten Wissenschaf- ten unterrichtet war, befaßte er sich zu Paris unter Leitung des Baron Guerin. Monvoisin machte da in kurzer Zeit bedeutende Fortschritte, so dass er bald zwei Medaillen erster Klasse erhielt, 1820 mit dem zweiten und mit dem ersten Preise beschenkt wurde. Das Bild, welches ihm die Medaillen erwarb, stellt die Geburt der heil. Jungfrau dar, in der neuen Kirche Notre-Dame de Lorette zu Paris. Hierauf begab sich der Künstler nach Rom , und da nun malte er zuerst den Elessener König Aristodemus, wie er mit Hilfe eines Fuchses aus der Cisterne entkommt, 64 Fuß gross, und hierauf entstand das durch Ruhierre’s Stich be- kannte lebensgroße Bild des Flusses Scamander. Der Herzog von Orleans, der jetzige König von Frankreich , erwarb später ein großes Bild von Telemach und Eucharis, welches Lori- chon gestochen hat, und in der Kirche St. Leu ist sein Gemälde des heil. Egid, der in seiner Einsamkeit von einem gotischen Könige überrascht wird. Tavernier stach das Bild Heinrich’s II. mit Rosamunde, im Besitze des H. Schickler. Hierauf malte Mon-

voisin aus Auftrag des Ministers des Königs eine 1 Fuss hohe Himmelfahrt der Maria, und zwei Staffeleibilder ; ein junger nea- politanischer Hirte und eine Hirtin kamen in den Besitz des Kö- nigs Louis Philipp, so wie ein drittes Bild, welches den Herzog von Orleans, Bruder Ludwig XIV., vorstellt, wie er vom Palais Royal Besitz nimmt. Im Jahre 1830 vollendete er zwei Bilder, von denen das eine, Fayelle und Gabriel, von Giro gestochen wurde, das andere eine Schiffbruchszene vorstellt. Später malte er Pabst Sixtus V., wie er mitten in der Versammlung die Krücken weg- wirft, ein glücklich aufgefasstes und mit Wärme und Freiheit be- handeltes Bild. Dieses tüchtige Werk ist in der Galerie des Ly- xembourg; so wie der Tod des Herzogs Philipp von Österreich, von noch grösseren Verdiensten als der Pabst Sixtus. Am Bette des Sterbenden sitzt die unglückliche Johanna von Castilien; schwer- müthig schon durch des Gatten Gleichgültigkeit, ward sie wahnsinnig im Augenblicke seines Todes. Es ist dies eine tiefgefühlte Gestalt, im schwarzen Gewande starr und unbeweglich vor sich ; hinstierend, die eine Hand auf den Arm des Gatten gelegt, krampf- haft mit den Fingern der andern spielend. Zu den Häupten des Bettes steht Carl, nachmals der Fünfte dieses Namens, als Kaiser, ohne grosse Bewegung bei der traurigen Scene, wie die Ge- schichte es erzählt. Diese Regungslosigkeit der drei Figuren des mit Vermeidung lebhafter Farbe gemalten Bildes, weit entfernt als fehlerhaft zu erscheinen, macht im Gegentheil den tiefsten Eindruck auf den Beschauer, welcher die gewaltigen Motive in Johanna’s Starrheit, wenigstens in ihr selbst auf das Treffendste ausgesprochen findet. So heisst es im Kunstblatte 1856 von diesem Bilde. Ein etwas früheres Bild stellt Carl IX. vor, wie er schon mit deutlichen Spuren des herannahenden To- des noch zaudert, seiner Mutter, der Catharina von Medici, den Regentschaftsakt zu übertragen, und ihr, während sie ihm von den Interessen der Religion spricht, das famöse Fenster des Louvre zeigt. Dieses Gemälde ist im historischen Museum zu Versailles aufgestellt. Eine andere Gattung seiner Gemälde besteht in schö- nen historischen Bildnissen, wie jenes des Marschall de Xain- trelles etc. Dann hat man von Monvoisin auch sehr ähnliche Por- traits, und treffliche Aquarelle. Er gehört überhaupt zu den aus- gezeichnetsten französischen Künstlern der modernen Schule,

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