Montreuil, Eudes de, der jüngere Zeitgenosse des Peter von Montereau, zwei berühmte Künstler des 13. Jahrhunderts, deren Werke aber teils zu Grunde gegangen sind, teils verändert wurden. Er begleitete Ludwig den Heiligen nach Jerusalem , und seine Gemahlin war Begleiterin der Königin. Man erzählt auch von einer solchen Reise, die P. de Montereau mit dem Könige gemacht hat, und so müsste denn derselbe zwei Architekten mit sich genommen haben.
Quatremere de Quincy übergeht in seinem Dictionnaire historique d’Architecture beide Architekten; das grand dictionnaire historique etc. par L. Moreri erwähnt aber seinen, und behauptet, dass Eudes den Hafen und die Stadt Jaffa befestigte. Nach seiner Rückkehr aus dem Oriente ließ der fromme König mehrere Kirchen, Kapellen und Hospitäler erbauen, und dabei hatte Montreuil Gelegenheit, seine Kenntnisse zu zeigen. Er soll die Kirche St. Catherine du Val des Ecoliers gebaut haben, jene des Hôtel-Dieu, dann die Église des Mathurins, des Chartreux, des Cordeliers, de la St. Croix, de la Bretonière, des Blancs Manteaux, des Quinze-Vingts. Die Kirche der heil. Catharina du Val des Ecoliers war schon vor der Revolution zerstört; allein wenn es richtig ist, was auf dem Steine des französischen Museums steht, auf welchem die Einweihung der Kirche 1200 abgebildet ist, so hat weder Ludwig der Heilige, noch Montreuil die Kirche gebaut, da der König erst geboren wurde. Der Künstler starb , und in der schon
wurde fast ganz abgebrannten Kirche der Cordeliers war sein Grauwal. Er konnte demnach nicht eine 1200 eingeweihte Kirche gebaut haben, wie Fiorillo III. 62 und Lenoir J. 189 vielleicht irr- thümlich angeben. Keines seiner späteren Werke ist die Kirche Notre-Dame zu Nantes, wo er die Gewölbe so hoch und die Pfeiler so leicht machte, dass er, wie F. Wetter in seiner Ge- schichte und Beschreibung des Doms in Mainz behauptet, selbst nicht wagte, der Wegnahme der Bogengerüste der Gewölbe bei- zuwohnen. Eudes de Montreuil bildete die leichtere Konstruktions- weise noch mehr aus, als sein Vorgänger, und von seinen Gebäu- den sind die letzteren immer kühner als die vorhergehenden. Er vermischte den neugriechischen mit dem altdeutschen Stil, das neue Konstruktionssystem hat noch nicht durchgehends die Ober- hand, gegen das Ende seines Lebens trat aber dasselbe überwie- gend hervor.
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