Montorsoli, Fra Giovanni Angelo

Montorsoli, Fra Giovanni Angelo, berühmter Bildhauer, wurde zu Anfang des 16. Jahrhunderts zu Poggibonzi bei Florenz gebo- ren, und seinen ersten Unterricht erhielt er von einigen Meistern, die in den Steinbrüchen zu Fiesole arbeiteten. Später kam er zu Andrea Ferrucci, und bei diesem Meister machte er in der Zeich- nung, sowie in Führung des Meissels in Zeit von drei Jahren solche Fortschritte, dass er, obwohl jetzt Waise geworden, in Rom sein weiteres Fortkommen suchen durfte. Hier verschafften ihm einige Meister aus Fiesole beim Baue der St. Peterskirche Arbeit, doch verließ er nach einiger Zeit die Stadt wieder, um zu Perugia in Arbeit zu treten; doch auch da blieb er nicht lange, weil der Künstler nach Volterra berufen wurde, um am Grabmale des Raffaello Maffei zu arbeiten. Nachdem dieses Werk vollendet war, ging Montorsoli nach Florenz, wo sich Michelangelo in der Saalstube von St. Lorenzo seiner Hülfe bediente, doch kam die Arbeit bald ins Stocken, und Montorsoli ging nach Poggibonzi, wo sein Oheim Canonicus war, welcher sich die Ausbildung des jungen Künstlers angelegen sein ließ. Jetzt beschloss Montorsoli, Mönch zu werden, aber es gefiel ihm in mehreren Klöstern nicht, bis er endlich als Servitenbruder der Nunziata zu Florenz blieb. An- fangs restaurierte er aus Auftrag seines Klosters einige Bildnisse berühmter Männer, dann beschäftigte ihn Michelangelo auf ähn- liche Weise, zuletzt aber wurde er von Clemens VII. nach Rom berufen, um antike Statuen zu restaurieren. Unter diesen nennt man den Laocoon, den Herkules und den Apollo. Diese Arbeiten, und die Marmorstatue des Papstes, welche er in Rom fertigte, setzten ihn in hohe Achtung, und so nun vertraute ihm nach seiner Rückkehr in Florenz Buonarotti die Ausführung der fehlenden Sta- tuengruppen der Libreria di S. Lorenzo an. Jene des heil. Damian ist die berühmteste. Später ging Montorsoli nach Paris, wo Franz I. vier grosse Statuen von ihm ausführen ließ; dann ging er nach Lyon und von da aus kehrte er nach einiger Zeit wie- der nach Florenz zurück. Hier bediente sich der Herzog Alexander beim Einzuge Karl V. seiner Kunst; der Künstler legte auch die letzte Hand an die Statue des heil. Cosmus, und dann begab er sich in Dienste des Andrea Doria zu Genua. Er fertigte die Statue dieses Fürsten, die man sehr rühmte; noch größeren Bei- fall erwarb ihm aber später das Grabmal des Dichters Sannazzaro, welches er zu Neapel ausführte. Hierauf ging er wieder nach Ge- nua, um noch andere Werke zu liefern. Eines Gleiches that er später in Rom und zu Messina, wo er einen prächtigen Brunnen, und den Plan zur Kirche von S. Lorenzo machte. Hierauf ging er nach Bologna, um den Hauptaltar der Servitenkirche zu fertigen, und endlich ging er nach Florenz, um das Ordens- kleid wieder anzuziehen. Er fertigte für sich und für die Maler- akademie daselbst im Capitel des Klosters St. Nunziata ein präch- tiges Grabmal, und starb 1504.

Montper, s. Momper. Montoya, Pedro de, Maler und Augustiner Mönch in Sevilla,
lebte in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts.
Alexis de Montoya war damals Goldschmied in Sevilla.

Vorsicht

Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.

Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.

Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_AY_rAAAAMAAJ/