Montorfano, Giovanni Donato, Maler von Mailand , geboren , gestorben 1510. Die Lebensverhältnisse dieses alten Künst- lers sind unbekannt, von seiner Kunst sprechen aber Werke. In der Sakristei von S. Giuseppe zu Brescia ist ein heil. Michael als Sie- ger über den Dämon, und im Refectorium von S. Maria delle Vicie zu Mailand ein höchst figurenreiches Bild der Kreuzigung Christi, mit der Aufschrift: Jo Donatus Montorfanus . Das Bild ist dem, leider so beschädigten Cenacolo des Leonardo da Vinci gegenüber, noch wohl erhalten, woraus Lanzi schließt, dass das Gemälde im Farbenauftrag vor jenem Leonardo’s den Vorrang behauptete; allein Lanzi bedachte nicht, dass die Wand, auf welche Montorfano malte, nicht so feucht ist, als jene, auf welcher da Vinci sein Werk darstellte. So mochte dessen Bild aller- dings verkümmern, wie Lanzi sagt, was dem Montorfano an jener Stelle sicher auch widerfahren wäre. Dennoch konnte Montorfano auch bei seiner Farbenfrische seinem Mitbewerber gegenüber nicht stehen, obgleich auch dieser Meister in Gesichtern und Bewegung eine so ganz besondere deutliche Anschaulichkeit hatte, wie Lanzi behauptet, dass, wenn sie mit mehr Zierlichkeit verbunden wäre, er hierin wenige seines Gleichen haben würde. Es ist da eine Gruppe spielender Soldaten, wo auf jedem Gesichte die Aufmerk- samkeit und Gewinnlust zu lesen ist. Auch im Zarten sind einige sehr schöne Köpfe, wenn gleich die nächsten, wie die fernsten, leichtkräftig gehalten sind. Grossartig ist die Architektur in den Gebäuden und Häusern von Jerusalem, vollkommen nach perspekti- vischen Regeln angelegt. Er brachte noch erhabene Heiligenscheine
Nagler’s Künstler-Lex. IX. Bd. / 28
und Schmuckwerke in Relief an, ein in aydern Schulen schon früher abgeschaffter Kunstgebrauch.
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