Monten, Dietrich

Monten, Dietrich, 423

der schönsten Freskobilder in den Arkaden des k. Hofgartens; wo er die Erstürmung der türkischen Schanzen malte; bei welcher Kaiser Carl VII. als freiwilliger focht, und den für Bayern denkwür- digen Akt der Constitutions-Ertheilung; und eine Scene aus der Schlacht von Arcis-sur-Aube. Im zweiten dieser Bilder, welches über einer Thüre angebracht ist, sind Bildnisse glorreicher und berühmter Bayern, dem Geber der Constitution, versammelt. Nach einiger Zeit ertheilte ihm König Ludwig den Auftrag, die im Jahre 1815 bei Saarbrück zwischen dem Corps des Generals Beckers und der französischen Arriegarde vorgefallene Affaire, in Folge deren der Uebergang über die Saar erfolgte, zu malen, und Monten löste die Aufgabe auf einem Raume von 1f Schuh Länge und 7 Schüh Höhe zu voller Zufriedenheit. Ein kleineres Gemälde, welches den Abschied der Pojen vorstellt, lithographirte F. Hohe, und dieses Blatt wurde 1831 mit grosser Theilnahme empfangen. Eine andere Composition des Künstlers, welche ein für Bayern denkwürdiges Ereigniss verewiget, ist durch G. Bod- mer’s schöne Lithographie bekannt. Dieses Blatt stellt Ludwig I. König von Bayern, im Familienkreis, dar, wie er das Gemälde des Einzuges Königs Ottos I. in Nauplia betrachtet. Das Gemälde ist von P. Hess, die Bildnisse der höchsten Herrschaften hat aber Bodmer nach dem Leben gezeichnet. Das Bild von Otto I. zu Pferd mit seinem Adjutanten hat F. Hanfstängel nach Monten li- thographirt, und das Blatt dem Kronprinzen Maximilian dedicirt; Auch Bodmer hat den König von Griechenland lithographirt, ganze Figur in griechischer Tracht, von Monten gezeichnet. An diese Werke reihen sich verschiedene andere, und darunter fand 1830 sein Tod des Gustaf Adolph in der Schlacht bei Lützen, oder vielleicht die Scene, wie Oberst Stallhansch die königliche Leiche den Kaiserlichen entreisst, auch im Kunstblatte Erwähnung. Der gefallene König liegt halb entkleidet auf einer Gruppe anderer Erschlagener. Im Vorwärtsdrängen der Schlacht erkennt ihn ein protestantischer Heerführer; der Ausdruck heftigen Schmerzes malt sich auf seinem Gesichte, Schreck und Entsetzen überflutet die Kämpfenden, die der Sturm eben heran und vorüber tribt, um sich bei ihnen in verstärkte Tapferkeit und Muth gegen die schon schwankenden Kaiserlichen umzusetzen. Durch und durch, sagt der Referent im Kunstblatte, spürt man hier des Künstlers Wärme für seinen Gegenstand, und man wird mit ergriffen; aber der ruhigeren Betrachtung folgen dann die Wünsche einer etwas sorgfältigeren Behandlung der Contouren und der Farbe. Der hannaverische Kunstverein liess 1853 dieses Bild für seine Mitglieder lithographiren. Es ist in Verwahrung der königl. Samm- lung zu Hannover. Ein anderes figurenreiches Gemälde, nach H. Vernet’s Vorstellung gemalt, ist durch Marin-Lavigne’s Litho- graphie bekannt. Es stellt Napoleon, umgeben von den berühmtesten Generälen seiner Zeit, dar. Im Jahre 1853 malte er im Auftrage des Kunstvereins in Hanover Georg I. in der Schlacht von Neerwinden 1693. Mehrere andere Scenen, wie immer von geistreicher Lebendigkeit, sah man im Lokale des Kunstvereines in München zu verschiedenen Zeiten ausgestellt. Im Jahre 1838 malte er die Revue bei Augsburg, ein Bild, woelches die Prinzessin Theodelinde von Leuchtenberg besitzt. Ein anderes Gemälde dieser Art, und der neuesten Zeit, stellt eine Revüe grossherzoglich hessischer Truppen dar, und ein zweites die Musterung derselben Truppen. So eben sahen wir im Lokale des Kunstvereines in München gemaltes grosses Prachtbild, welches

das Manövrieren des vierten k. bayerischen Chevauxlegier-Regiments im Lustlager bei Augsburg 1838 vorstellt. Dieses Gemälde ist im Besitze des Kaisers Nikolaus von Russland, der selbst ein hoher Gast beim Feste war. Dann ist Monten mit Eckert und Schelver einer der Herausgeber der Abbildungen des deutschen Bandesheeres, ein Werk, welches glänzende Anerkennung findet.

Von Monten selbst lithographiert ist in H. Kohler's prächtigem 1:1)ü::<:hner Album etc. eine Scene aus dem Augsbürger Lager 1838, ol. j

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