Montelupo, Raffaello da, Bildhauer und Architekt , der Sohn des Obigen, stand anfangs zu Florenz unter Leitung des Antonio San Gallo, und schon früh wurde er mit andern Künstlern zur Vollendung der von Sansovino in Loretto unvollendet hinterlasse- nen Arbeiten bestimmt. Die Vermählung der heil. Jungfrau ist von ihm ausgearbeitet. Hierauf führte er aus Auftrag des Michel Angelo für die neue Sakristei und für die Libreria von S. Lorenzo in Florenz einige Werke aus, und nach dem Tode Clemens VII., trat er in Dienste des Herzogs Alexander, der durch ihn für das Fort Prato zu Florenz viele Bildhauerarbeiten ausführen liess. Nachdem er auch noch für Kirchen und für Paläste mehreres ge- arbeitet hatte, berief ihn Buonarotti nach Rom, um für das Grab- mal Julius II. bei S. Pietro in Vincoli zwei grosse Marmorstatuen zu fertigen. Auf Befehl des Pabstes Paul III. machte er bei Gelegenheit des Einzuges Karls V. in Rom 14 Statuen von Stucco und Erde , die man als die vorzüglichsten Werke dieser Art in jener Stadt erklärte. Sie waren auf der Engelsbrücke aufgestellt, wo unter Bernini Statuen von Engeln gesetzt wurden. Von Rom aus begab er sich nach Florenz, wo er zur Ankunft des Kaisers ebenfalls die Stadt dekorierte, und wo sich besonders zwei Statuen, von Flussgöttern durch ihre Grüsse auszeichneten. Nach Orvieto , berufen, fertigte er daselbst in einer Capelle des Domes Ornamente
und Basreliefs in Marmor, und als er wieder in Rom angekommen war, ernaute ihn der Papst zum Architekten der Engelsburg. Er verfertigte als solcher eine colossale Marmortatue des Engels, welchen Paul II. auf der Burg aufstellen, den aber Benedict XIV. mit einem andern von Bronze, nach Verschaffelt's Modell, ersetzen liess. Sein Werk ist auch die Statue Leo X. über dem Grabmal dieses Paps- tes in der Minerva. In der letztern Zeit seines Lebens begab er sich nach Orvieta, und übernahm da die Sorge über den Bau von Santa Maria. Hier lebte er in Ruhe bis zu seinem höchsten Alter, wie Ticozzi sagt. Wahrscheinlich wurde Raffaelino 88 Jahre alt, und nicht sein Vater, wie jener Schriftsteller behauptet,
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