Monnoyer, Nikolaus Andre

Monnoyer, Nikolaus Andre, Zeichner und Maler, wurde um 1754 geboren, und von Peyron in einer Kunst unterrichtet, die ihm bei seinen Zeitgenossen grossen Ruhm bereitete. Italien sah er nicht, dennoch gab ihm schon die Akademie in Paris bei der Über- reichung des Bildes, welches Alexander mit Bucephalus darstellt, die Anwartschaft einer künftigen Aufnahme in dieselbe, was er 1780 durch das Gemälde mit Agis Tod wirklich bewerkstelligte. Von dieser Zeit an entstanden eine bedeutende Anzahl von Wer- ken, die teilweise die erfreulichste Anerkennung fanden. Der Löwe von Florenz (der daselbst aus der Menagerie entkam, ein Kind bereits im Rachen hatte, und selbes dann der zu seinen Füs- sen fliehenden Mutter zu Füßen legte) wurde 1802 von Cazenave gestochen, und Ancelin stach jenes, welches Molière vorstellt, wie er bei Ninon de Lenclos den Tartuffe vorliest. Man rühmte an diesem Bilde die gute lebendige Anordnung, und die Wahrheit im Ausdrucke des individuellen Charakters. Ein späteres Bild, Eponina und Sabinus , erhielt den Aufmunterungspreis, und dann wurde es zu Trianon aufgestellt. Mit großem Beifalle wurde auch das Bild des auf dem Todebette von den Freunden umgebenen Rafael, zugegenommen, wovon Landon Annales X. 101 einen Umriss gibt. Im Jahre 1808 trug ihm Napoleon auf, die Versammlung der italieni- schen Consulta in Lyon zu malen. Monsiau löste aber die Auf- gabe nicht zu allgemeiner Zufriedenheit, da es dem Ganzen an Ebenheit mangelte, und die Färbung ins Bläuliche fiel. Im Jahre 1810 malte er mit Geschmack und Einsicht einige interessante Anecdo- ten aus der Zeit Ludwig XIV., und zwei geschätzte Bilder von 1812 und 1814 sind die Krönung der Maria von Medicis und die Freigabe des heil. Dionys, in der Sakristei von St. Denis. Das Mi- nisterium des Innern trug ihm 1817 auf, die Clytemnestra ihre Toch- ter umarmend, zu malen, und der König liess durch ihn für die Gallerie der Diana die Abreise des Lapeyrouse malen. Der heil. Vincenz von Paula, den er um eben diese Zeit malte, ist von Baquoi gestochen, und sein Alexander bei Diogenes, den ihm das

Ministerium des Königs auftrug; wurde im Schlosse zu Versailles aufgestellt. In den Luxembourg kam das Bild des Bischofs Belzune, der in Marseille den Pestkranken bespringt, und 1822 kam das Ge- mälde der Fulvia, die dem Cicero die Erchwörung des Catilina ent- deckt, nach Trianon, wo auch die Stiftung des Ordens des heil. Bruno zu sehen ist. Die Apotheose des Königs Ludwig XVI. malte er für die Herzogin von Angoulême, und die Apotheose des Herzogs von Berry kaufte die Herzogin von Berry. An diese Bilder reihen sich mehrere andere, Historien, Genrebilder, Interioren und Bild- disse, denn Monsiau arbeitete noch 1827, später aber scheint er sich zur Ruhe begeben zu haben. Gabet verzeichnet eine große Anzahl von Gemälden dieses Künstlers, und auf diesen verweisen wir jenen, der noch mehrere angezählt wissen will. Seine Bilder haben große Verdienste, besonders was die verständige Anordnung, die Korrektheit der Zeichnung und die sorgfältige Behandlung anbe- langt; die Färbung fällt aber häufig ins Blaue, oder es gebricht ihr an Harmonie. Einige seiner Gemälde sind indessen graziös, ausdrucksvoll, von glänzender Wirkung, und sie gehören zu den vorzüglichsten Werken der französischen Schule. Viele seiner Leistungen kann man sogar ausgezeichnet nennen.

Dann fertigte Monsiau eine große Anzahl von Zeichnungen für Buchhändler, die von den besten Künstlern gestochen wurden. Von ihm sind die Zeichnungen zur Übersetzung des Ovid, 1805; für die Quartausgabe von J. J. Rousseau’s Werken, 1708; zu Florian’s Galatee, Roman pastoral etc., 1703; zur französischen Folioausgabe von S. Gessner’s Werken, u. s. w. Im Jahre 1837 starb der Künstler.

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