Momper, Josse de

Momper, Josse de, Maler von Amsterdam , genannt Eervrught, wurde um geboren, man weiss aber nicht, wer ihn unterrichtet hat. Watelet glaubt, es sei dies die Natur gewesen, und sie allein

habe ihm eine Manier eingeflösst, die keiner irgend eines Malers
ähnlich gewesen, dessen Werke Watelet habe sehen können. Wie
dem auch sei, Momper befliss sich wenigstens keines genauen Studiums
der Natur, er ist flüchtig, nachlässig und manierirt. Seine
Richtung ist abweichend von jener seiner Zeitgenossen, nach Dr.
Kugler mehr phantastisch, zum Theil capriciös, so jedoch, dass auch
beinahe immer wenigstens eine verwandte Behandlungsweise mit jener
eines Breughel, Vinkenbooms, Savery, Gyzens u. a. ersichtlich bleibt.
Manchmal tritt seine Eigenthümlichkeit besonders scharf hervor,
wie in einem Bilde des Berliner Museums, einer Felsenlandschaft
von blassgelber Thonfarbe, mit der Aussicht in eine weite kahle
Ebene. Ein Hohlweg führt in die Ebene hinaus; ein frostiger
Cavalier kommt emporgeritten, der Diener zu Fuss, vorn an der
verfallenen Capelle steht bettelnd ein zerlumpter Eremit, Großartiger ist nach Kugler ein zweites Bild des Museums, ein Eichen-
wald, kühn, mächtig und geistreich componirt, in herrlichem Tone;
trefflich macht sich hier der Durchblick durch den Wald in die
Ebene. Doch ist das Bild, was den Vortrag anbetrifft (ähnlich wie
das vorgenannte) ziemlich derb hingefegt. Auf ähnliche Weise
werden wohl die meisten seiner Werke behandelt seyn; flüchtig
hingeworfen sind die Paar Bilder, welche wir von ihm gesehen
haben, und nur von einem gewissen Standpunkte aus verfliesst
alles zu guter Wirkung. Seine Landschaften staffirte er mit kleinen
Figuren und Thieren, welche ihm manchmal Teniers sen, und der
Samt+Breughel malten, Dnn finden sich auch Zeichnungen von
de Momper, deren im Cabinet Paignon Dijonval mehrere waren.
Sie sind mit der Feder ausgeführt, mit Bister und Indigo lavirt,
auch reine Federzeichnungen und getuscht. Das Todesjahr des
Künstlers ist unbekannt. Im Jahre 1611 erscheint er als Mitglied
der Bruderschaft des heil. Lukas zu Antwerpen,

J. Collaert stach nach ihm die 12 Monate, meist Landschaften,
auch Städteansichten mit vielen Figuren, Blätter, welche J. Callot
copirt hat; H. Hondius eine Marine mit Dädalus in der Luft; C.
J. Q’ischer die 4 Jahreszeiten und eine reiche Gebirgslandschaft; E.
v. Panderen eine ähnliche; Th. Galle einen Sturm, (Herbst) und
Winter. L. Vorsterman stach sein von A. van Dyck gemaltes
Bildniss. Er soll selbst geätzt haben: eine grosse, durch unge-
heuere Felsen gesperrte Gegend mit Figuren, mit breiten Strichen
radirt, ein seltenes Blatt,

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