Molteni, Giuseppe

Molteni, Giuseppe, Bildnismaler zu Mailand , ein Künstler , der schon seit mehreren Jahren großen Ruf genießt. Anfangs befasste er sich fast ausschließlich mit der Gemälde-Restauration, dann aber fing er an, Bildnisse zu malen, und er entwickelte in kurzer Zeit ein ungewöhnliches Talent zum Portraitisten. Seine Bildnisse sind überaus ähnlich, und charakteristisch aufgefasst, von wahrer, kräf- tiger Färbung, und mit markigem Pinsel, meisterhaft behandelt. Er geht sehr sorgfältig zu Werke, von den Köpfen bis zu den Bei- werken. Diese sind gefällig, und die Draperie seiner Figuren ist natürlich, ohne sklavische Nachahmung gegeben. Als ausgezeichnetes Werk rühmte das Kunstblatt 1830 Molteni’s Bildnis der berühmten Mme. Pasta, die er in der Rolle der Nina vorstellte, in welcher die schöne Dame zur Bewunderung hinriss. Wer Ausdruck des Irr- seyns, sagt der Referent des bezeichneten Kunstblattes von Dr. v. Schorn, so wie Molteni hier mit der wahrsten Ähnlichkeit ver- einigen konnte, ist gewiss im Stande, die Seele zu malen, wenn er die Züge entwirft. Ausgezeichnet nennt er auch das Portrait der Sängerin Stephanie Favelli, die Mailand entzückte. Doch malte Molteni nicht lauter Priestertinnen Thaliens, er stellte auch männ- liche Individuen mit grosser charakteristischer Wahrheit dar, wie den Kaiser Ferdinand I. in Lebensgrösse, den Grafen Kolowrat, den grossen Staatsmann Metternich etc. Auch Studien voll Geist und Kunst verkünden seine Meisterschaft. N.

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