Molenaer, Jan

Molenaer, Jan, Micnze, Maler und Kupferstecher , der nach sei-

„nen“ Lebensverhältnissen unbekannt ist, aber um 1641–1650 arbeitete. Er scheint sich den Ostade zum Vorbilde genommen zu haben, doch kommt er im Allgemeinen diesem Meister nicht gleich. Seine Bilder sind indessen ebenfalls von trefflicher Farbengebung, von kräftiger Wirkung durch die gut verteilten Licht- und Schatten- massen. Es finden sich von ihm Gemälde mit Bauernszenen, in welchen die Gemüthsbewegungen gut bezeichnet sind, in der Zeich- nung steht er aber dem Ostade nach, so wie an Kraft und Schmelz der Farbe. Dann könnte man ihm auch vorwerfen, dass er die Kunst „missbraucht habe“ durch seine Szenen aus den Hurenhäusern.

Auch bei seinen Trinkgelagen geht es nicht sehr ehrbar her, und die Corps de Garde sind nichts weniger als fromm. In der Gallerie zu Salzdahlum waren drei Bilder, darunter auch eine Hurenscene,

Im Fischer’schen Cabinet zu Amsterdam war zu Meusel’s Zeit noch das Bild eines Trinkgelages, in welchem die ausgelassene Fröh- lichkeit der niedrigen holländischen Menschenklasse ausgedrückt ist. Im k. Museum zu Berlin sind zwei Bilder von Molenaer, mit dessen Namen und eines auch mit der Jahrzahl 1650 bezeichnet, nach Kugler trefflich in der Farbengebung, aber nicht frei von einem gewissen affektirten Humor. Auf dem mit der erwähnten Jahrzahl bezeichneten Bilde sieht man das reichbelebte Innere eines Wirthshauses, wo der Tänzer mit zierlichsten komischen Geberden nicht ohne gute Laune gemalt ist. / K e

Etliche seiner Werke sind auch gestochen worden. Eine Folge von 6 Blättern mit stehenden Bauern hat den Titel: Enige Boeren vyt gegeven door J. Dankerts, 8. Es gibt davon größere Copien. J. Heudelot stach: Recreations d’hyver, schöne Winterlandschaft mit Schlittschuhläufern; C. v. Kaukerken: die trunkenen Bauern in der Schenke mit Messern fechtend, große und reiche Compo- sition. Dum videt ignavc — fatetur, ein Hauptblatt, dessen Ge- genstand auch von der Gegenseite im Kleinern vorhanden ist, ein gutes Blatt ohne Namen; P. Corbut: The humorist or piping girl, ein Mädchen mit Strohhut und Pfeife, halbe Figur, ein Schwarz- kunstblättechen; P. de Marc: denselben Mädchenkopf, in der rech- ten Hand eine Puppe haltend.

Bartsch, P. gr. VI. 5, beschreibt von Molenaer nur ein radirtes Blatt, das zwar nicht mit grosser Kunst behandelt, aber sel- ten ist,

  1. Ein Hurenhaus, wo ein Alter mit dem Glase in der Hand ein bacchisches Lied zu singen scheint, während zur Rech- ten des Blattes ein junger Mensch die Violine spielt. Er blickt nach dem Alten hin, weil ihm gerade die Dirne die Börse raubt. Im Grunde links küsst ein Mann ein Weib, in der Mitte spielt Einer die Leyer, und rechts macht die Wirthin die Zeche. H. 5 Z. mit 6 L. Rand, Br. 6 Z. 10 L.

Die holländischen Kunstliebhaber schreiben dieses Blatt auch dem J. Steen zu. Im spätern Drucke liest man darauf: J. Molenaer fecit. Es gibt auch Abdrücke, wo rechts das Wort Excudit steht. In der Gräflich Sternbergischen und Sten- gel’schen Sammlung waren solche Abdrücke, die Bartsch nicht kannte.

  1. Die Kuchenbäckerin mit ihren Kindern. Eines ist ihr zur Seite, links des Blattes sieht man sechs andere, fünf am Tische, wo mehrere Kuchen essen. Das kleine Mädchen auf dem Boden gibt der Katze davon, die ihr auf den

Schos; steigt, Johannes Molenaer 1641. H. 3 Z. 3 L Br. 3 Z. ;

Dieses sehr seltene Blatt ist nicht von Bartsch erwähnt, es ist aber jenes des Winkler’schen Cataloges, welches Füssly einen Haushalt mit vielen Kindern nennt. In der Sammlung des Grafen Rigal war ebenfalls ein Abdruck.

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