Mola, Pietro Francesco, Maler und Radierer , geboren zu Colonna bei Mailand , oder im Comer Distrikte, oder 1612, wie Passeri meint, gestorben 1668 (nach Pascoli 1666). Sein Vater, Johann Baptist, brachte ihm die Anfängsgründe der Kunst bei, dann ging er nach Rom zu Gius. Cesarini, und endlich nach Bologna , wo ihn Albani aufnahm. Dieser Meister wollte ihm sogar seine Tochter zur Ehe geben; allein Mola fand kein Behagen an der Ehe, oder wohl eher an der Tochter, und ging nach Venedig , um Guercino kennen zu lernen und seine Werke zu studieren. Jetzt
„Er that,“ sagte er Cesari’s Grundsätzen gänzlich, wie er denn schon früher bei Albani in denselben wankend geworden war. Mola hatte eine schöne Anlage, und was Talent und Studium erreichen können, wurde ihm zu Theil. Zur hohen Begeisterung konnte er sich beim Entwurfe seiner Gemälde zwar nicht steigern, es trat aber an ihre Stelle eine tiefe Überlegung, und das Gefühl für Würde und Adel der Kunst. Schon bei Cesari hatte er grosse Fertigkeit erlangt, Albani hatte aber größeren Einfluss auf seine Kunstrichtung. Seine früheren Werke erinnern in der allgemeinen Anlage und in den Charakteren ganz an Albani, sie nicht selten noch wärmer und saftiger colorirt. Später hatte Guercino Einfluss auf seine Kunstweise, und jetzt findet sich der Stil beider Meister vereint. Er blieb immerfort ansprechend, klar an der Composition, doch nicht sehr geistreich; Der Ton seiner Fär- bung ist immer kräftig, warm, manchmal glühend, zuweilen aber auch etwas schwer und schwarz. Die Behandlung ist breit, die Ausführung sehr fleißig, und da er in Licht- und Schattengebung vollkommene Kenntniss besass, so wusste er öfter schlagende Wir- kung zu erzielen. Diese Vorzüge erregten Guercino’s Eifersucht, und daher fand es Mola gerathen, zum zweitenmale nach Rom zu gehen. Hier gefiel seine in Venedig erlernte Weise ausserordent- lich, und sein Ruf war daher bald gegründet. Er malte mehre- res für die Päpste Innocenz X. und Alexander VII.; für ersteren malte er in der Capella Rayenna der Kirche al Gesu das Wunder Petri im Kerker und die Bekehrung des Saulus al fresco. Der Papst Alexander stellte die von ihm gemalte Geschichte Joseph’s in seiner Gallerie auf Monte Cavallo auf, und die Erkennungs- scene Joseph’s und seiner Brüder, jetzt im Quirinal, ist eines der schönsten Werke des Künstlers. Wenn einer der früheren Künst- ler das Bildniss eines Papstes nach dem Leben malte, musste er Kniend arbeiten, Mola malte Alexanders Bildnis mit dem Hute auf dem Kopfe. Die Königin Christina von Schweden nahm ihn in ihr Gefolge auf, so wie sie auch mehrere Bilder von ihm be- wahrte.
Mola sah sich schon in jungen Jahren mit Glück und Ehren überhäuft, und sein Name fing an, europäisch zu werden. Er stand auch im Begriffe, als Hofmaler Ludwig XIV. nach Paris zu gelten, als er in noch frischer Kraft starb. Man sagt, ein Rechts- andel mit dem Prinzen Pamfili habe ihn zu Tode geärgert. In den Kirchen und Palästen Roms sieht man noch mehrere Gemälde von diesem Künstler, so wie auch in auswärtigen Gallerien; hist- orische Darstellungen und schöne Landschaften mit Figuren, die man oft dem Albani zuzuschreiben geneigt wäre. Zu Mailand alle Monache della Vittoria, ist ein Iguel Johannes, in einer von C. Poussin gemalten Landschaft, und in der Gallerie des Louvre zu Paris sind 7 schöne Bilder von ihm, von Dr. Waagen, Kunst und Künstler etc. III. 510, näher gewürdigt. In der k. Pinakothek zu München sind zwei vorzügliche historische Bilder mit le- bensgroßen Figuren, und ein Bildnis. Andere sind zu Wien, und ein besonders geistvolles und klassisches Bild ist jenes der Ma- donna mit dem Kinde Jesus in der Esterházy’schen Gallerie. Ei- nige seiner Gemälde bewahrt auch die Gallerie der Eremitage in St. Petersburg. Mehrere kamen nach England mit der Gallerie Orleans und der Gallerie des Palais royal. In der Gallerie zu Flo- renz ist sein Bildnis, gestochen von Pazzi.
Mehrere seiner Werke wurden gestochen, teilweise sehr schön; vor J. Colliu: das eben erwähnte Wunder des heil. Petrus; von
Mola, Pietro Francesco.
„C. Maratta geistreich radirt!“ Joseph, der sich den Brüdern zu erkennen gibt; von Le’Bas: die Predigt des Johannes in der Wüste, ehemals in der Gallerie Orleans, jetzt in der Sammlung des Grafen Gower in England; von S. Bartoli: Ecce Agnus Dei, Johannes predigt dem Volke, der Evangelist Lucas auf Wolken, Soponiasbe und Masinissa; von C. Rousset: St. Bruno in Entrückung; von Bloemaert: die heilige Dreieinigkeit; von V. Green: ein Eremit, der in einem großen Buche liest; von Redousseau: der heilige Hieronymus; von F. Basan: die junge Magdalena; von S. L. Miger: Herminia als Schäferin und der verwundete Tancred, zwei Bilder im Louvre; von Delaunay: der Prediger Johannes, für die Gallerie du Palais royal; vom E. Jeaurat: Jakob und Rachel am Brunnen, die Ruhe auf der Flucht in Ägypten, für Crozat’s Galleriewerk; von J. Mathieu: die Ruhe auf der Flucht in Ägypten, für die Galerie Orleans; von J. Couelemans: die Predigt des Johannes, aus Aiguille’s Cabinet; von C. Philipps: der Knabe mit der Taube, nach dem Bilde aus der Sammlung des Marquis Davistock, in Schwarzmalerei; von W. Ryland: das Opfer Abels, Skizze; von Jenkins: Susanna und die Alten, u. s. w.
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