Mol, Wouther, Historienmaler , wurde zu Harlem geboren,
und da er frühzeitig Liebe zur Kunst äußerte, so übergab man
ihn der Leitung des J. van Brüssel. Er besuchte auch die Zeichen-
schule der Stadt; als aber der Zeitpunkt herannahte, wo alle Kunst-
schätze in Paris vereiniget zu schauen waren, so zog es unsern
Künstler ebenfalls dahin. Er reiste 1800 mit Empfehlungsschreiben
an G. van Spaendonk nach der französischen Hauptstadt ab, doch
begab er sich nicht unter die Leitung dieses berühmten Künstlers,
sondern in David’s Schule, weil er sich im historischen Fache
auszubilden strebte. Er machte da reissende Fortschritte, und da-
mit diese nicht unterbrochen würden, ertheilte ihm König Ludwig
Bonaparte eine Pension. Als Probe seiner Fähigkeiten schickte
er 1810 die Copie einer heil. Familie nach Rafael zur Amsterdamer
Kunstausstellung, und drei Jahre später eine eigene histo-
rische Composition, welche den Tod des Epaminondas vorstellt.
Nach Napoleons Sturz kehrte Mol ins Vaterland zurück, und jetzt
waren die Werke der berühmtesten älteren niederländischen Mei-
ster der Gegenstand seines Studiums, wodurch er besonders im
Colorite gewann. Keines seiner späteren Werke, welches 1818 auf
der Kunstausstellung zu Amsterdam alle Augen auf sich zog, stellt
Wilhelm I. von Oranien auf dem Todtenbette vor, umgeben von
seinen trauernden Angehörigen und von einigen Grossen des Rei-
ches. Es war dieses eines der vortrefflichsten Werke der Ausstel-
lung, welches auch in Brüssel bewundert wurde, wo die Kunst-
akademie dem Urheber das Diplom eines Ehrenmitgliedes ertheilte.
Es wurden ihm vergebens mehr als tausend Gulden dafür geboten,
endlich aber verkaufte er das Bild für ungefähr dieselbe Summe an
die Prinzessin Wittwe von Oranien Nassau, welche es der regierenden
Königin zum Geschenke machte. In de Bast’s Annales du Salon de Gand p. 141 ist es im Umrisse gestochen. An die secs
Werk reihen sich noch andere historische Bilder und wohlgleichende Bildnisse. S. auch J. Mall.
Molae, s. auch Mall.
Anton und Paul Mola, Bildhauer von Mantua, zwei berühmte Künstler des 15. Jahrhunderts, deren Kunstleistungen wir in Codde’s Memorie biografiche dei pittori etc. Mantova 1837 erwähnt fanden. Sie lebten zur Zeit der Gonzaga; und trugen viel bei zur Verschönerung der Städte, indem sie Gebäude ausschmückten und Werke ausführten, in welchen sich das Studium der Antike und der schönen Natur auf erfreuliche Weise zeigt. Von diesen Künstlern wurde das Haupttor von S. Andrea und jenes des Dogana mit schönen Bildwerken geziert, letzteres 1485. In einem kleinen Porticus der St. Andreaskirche sind zwei Marmorsäulen mit herrlich gearbeiteten Capitälen dieser Künstler. An einer dieser Säulen entdeckte Codde eine Chifre, welche aus den zusammenhängenden Buchstaben MF, einer Art Verzierung und aus dem umgekehrten S besteht, was Molae fratres sculptores bedeuten soll. Auch die Marmorkanzel zur rechten Hand des Tempels ist das Werk dieser Künstler. Sie ist mit Basreliefs von höchst zarter Vollendung geziert. Sehr schön sind auch die Ornamente am Eingange des ehemaligen Oratoriums S. Lorenzo, und jene eines Prakters in der Casa Vignarca. In der Carmeliterkirche war noch ein schönes Grabmonument, welches nach dem Abbruche der Kirche in das Atrium von S. Andrea gestellt wurde. Es ist dies das Grabmal des Girolamo Andreasi, Herrn von Rivolta, und seiner Gemahlin, wie die bei Codde gegebenen Inschriften besagen.
Die Zeit der Geburt dieser beiden Künstler lässt sich nicht genau bestimmen, doch weiß man, dass sie zwischen 1430 — 1506 arbeiteten. Codde fand vom letzten Jahre noch zwei Briefe, der eine, vom 6. Juli 1506, von Antonio an die Prinzessin Isabella gerichtet, und der andere, vom 12. Juli d. J., von beiden Münstern an dieselbe Fürstin geschrieben. Sie nannten sich da in der Unterschrift Signorum incisores. Zu jener Zeit waren die beiden Mola noch in voller Thätigkeit. Von 1502 hat sich noch die Inschrift eines Grabmals erhalten, welches noch in der Carmeliterkirche stand. Die Inschrift lautet:
Anto. et. Paul. Moleae. fratres. artis. emblematae. ac. perspectivae. peritissimi. sibi. et. posteris. viv. P, 1502.
Aus dieser Aufschrift, an einem Monumente, welches sich die Künstler selbst setzten, erseht man zugleich auch, dass sie in der Perspektive sehr erfahren waren.
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