Mohn, Gottlob Samuel, Glasmaler; geboren zu Weissenfels in Sachsen 1780, gestorben zu Laxenburg 1825. Seine Studienjahre verlebte er auf den Gymnasien zu Halle, Berlin und Stettin , und unter der Leitung seines Vaters, eines Zeichners, und Porzellan- Malers, machte er sich mit den Elementen der Kunst vertraut. Nach mehreren Kunstreisen und vielen Versuchen gelang es ihm, in der verloren geglaubten Glasmalerei wichtige Entdeckungen zu machen, und schon pries man sie als die Erfinder dieser Kunst in neuerer Zeit, ohne auf den Maler S. Frank in München Rücksicht zu nehmen. Der Herzog von Mecklenburg-Schwerin machte zu- erst Anwendung von Mohn’s Erfindung in der neu erbauten katho- lischen Capelle zu Ludwigslust, wo, nebst einer Menge Verzierun- gen, die colossalen Wappen Mecklenburg’s und Russland ’s ange- bracht sind. Nach Beendigung dieser Arbeit zogen sie über Berlin und Rostock zurück nach Berlin. Gottlieb Mohn besuchte im ungünstigen Jahr 1806 die Vorlesungen der berühmten Chemi- ker Klaproth und Hermbstädt, und kehrte zu Ende dieses Jahres in sein Vaterland zurück, um unter Professor Schnorr’s Anleitung in Leipzig , sowie durch die herrlichen Kunstschätze Dresdens und durch den Umgang mit den vorzüglichsten Chemikern Sachsen’s, seine Kenntnisse zu erweitern. Im Jahre 1811 ging er nach Wien, um die vorzüglichen Anstalten der Kunstakademie zu benützen. Hier fand er an Herzog Albrecht von Sachsen-Teschen einen hohen Gönner. Im Jahre 1813 legte er eine Probe seiner Geschicklich- keit in den Fenstern der Ritterburg Laxenburg ab; jedoch wurde im Verlaufe der darauf folgenden Kriegsjahre die Arbeit unterbro- chen. Der Erzherzog Johann, dieser grosse Kunstbeschützer, nahm aber auch die wiedererstandene Glasmalerei in seinen Schutz, und bestellte bei Mohn mehrere Arbeiten, worunter besonders drei Fenster auf dem Brandhofe in Steiermark, mit Gebirgsszenen bemalt, sehr gelungen sind. S. über diese herrliche ländliche Residenz Allgemeine Zeitung 1830, S. 550., oder Schnorr von Carolsfeld, nach dessen und Kohlgasser’s Cartons die Fenster und andere Decorationen gemalt wurden. Durch das fortgesetzte Studium der Chemie, un- ter Professor Schulz am polytechnischen Institute zu Wien, ge- wann er für seine Falette mehrere neue Farben, die in den fol- genden Werken bereits glänzend hervortreten. Im Jahre 1820 malte er nämlich die Fenster über dem Eingange vom Stoss im Himmel in die Kirche von Maria Stiegen mit Heiligen und Wap- pen. Eine Beschreibung dieser Arbeit, welche sich eines großen Eifers erfreute, findet man in der Geschichte der Kirche Maria Stiege in Wien S. 22. Seine bis dahin grösste Arbeit waren sechs Kirchenfenster, worauf geharnischte Ritter, Ahnen des Fürsten Bosenberg, fast in Lebensgrösse, dann die Himmelfahrten Christi und Maria, vorgestellt sind. Bald wurde ihm durch den kaiser- lichen Hof ein noch grösseres Feld eröffnet. Der Kaiser befahl ihm, die mit Ölfarben bemalten Fenster der erwähnten Laxenburg bei Wien, mit neuen, eingebrannten zu ersetzen, und Mohn be- nannte 1821 diesem ällerhöchsten Auftrag zufolge Laxenburg. Im Mittelfenster des Prunkzimmers ist S. M. der Kai- ser im goldenen Harnisch, nebst der höchst seligen Gemahlin Maria Theresia im Ritter-Costüme vorgestellt. Um diese Gemälde sind in einem Kreise die kleineren Porträts der Erzherzoge Ferdinand, Franz, Joseph und der Erzherzoginnen Maria Louise, Leopoldine, Caroline und Marianna angebracht. Das Ganze ist mit allen Wappen des österreichischen Kaiserhauses und andern anti- ken passenden Emblemen Verziert.
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