Moeglich, Andreas Leonhard, Zeichner und Kupferstecher , wurde
1742 zu Nürnberg geboren. Er zeichnete anfänglich ohne Beihilfe,
dann aber besuchte er Preissler’s Schule, und an der Zeichen-
akademie verdankte er dem Direktor Ihle viel. Seine ersten Ar-
beiten waren Vignetten und kleinere Bildnisse, auf welche größere
Arbeiten folgten. In Gütle’s Kunst u. s. w. in Kupfer zu stechen
heisst es, er sei der Erfinder einer neuen Schattenmanier wie Zeich-
nung. Dann bosirte Moeglich auch in Wachs, alles dieses aber
nur als Nebensache, da er Stadtdecurateur von Nürnberg war. Als
solcher decorirte er das Leichengerüst beim Trauerfeste zum An-
denken Kaiser Leopold I., welches Gabler 1702 nach seinen Zeich-
nungen in Tuschmanier gestochen hat. In Meusel’s Mus. XVII.
472. heisst es, alle Kenner hätten dieser Arbeit verdienten Beitrag
geschenkt, nur ein kleiner Despot nicht. Er nennt diesen Kunst-
tyrannen nicht. Moeglich starb um 1792. Folgende Blätter ge-
hören ihm an:
Christoph Stromer von Reichenberg, Oval auf einem Piedestal, auf dessen 25jähriges Jubelfest. 1780. fol.
Christoph Sigmund Holzschuher, Oval: in allegorischer Einfassung, 1781. kl. Fol.
General von Oelhafen, kl. Fol.
Die Frau des Kirchenpflegers von Welser, kl. Fol.
Der Prediger Knopf zu Wien. kl. Fol.
Johann Justus Preissler, und
Susanna Maria Preissler. G. Ph. Zwinger del. Möglich Ornament, inv. gr. Fol.
Paul Carl Welser von und zu Neunhof, Oval in Einfassung, 1787. Kl. 4.
O. Humphrey, Miniat. Pictor, in Kreidemanier, kl. 4. — Ein weibliches Brustbild mit vielem Schmuck und Federn auf dem Kopfe, nach B. Beschey. Fol.
Ein Monument: eine Pyramide, an welcher zwei Personen die Hand über das Buch halten, mit der Aufschrift: Grundvertrag vom 25. April und 16. Mai 1774.
Schlachsvignette mit einem Bärenkopf, Flinte und Wurfspieß.
Büste eines Mannes, nach links sehend. Möglich fecit. 4.
Die Büste des Sokrates, nach links gerichtet., Oval im Vier- eck. 4.
Derselbe nach rechts, 1788. Rund, qu. 4. Braun gedruckt.
Ein Oriental mit zwei Federn auf dem Turban, nach links gewendet, kl. 4.
Die Frau des Orientalen, nach Beschey. Möglich fecit aqua forte Norimb. 1774. Im ersten Drucke vor Grossmann’s Adresse.
Die Halbfigur eines Orientalen, nach B. Beschey, radirt. Fol.
Der kleine Johannes, Guercino. inv., qu. Fol.
Möglich, Cr. — Kupferstecher, dessen Lebensverhältnisse unbekannt sind. Er ist ein älterer Künstler als der Obige, der ein Monogramm führte, welches Brulliot nicht kannte. Vielleicht war dieser: Möglich Maler.
Der Leichnam Christi am Grabe von den Sevigen beweint, und zwei Engel, rechts der heil. Franz. C. M. (verschlungen) fecit 1754. Gut radirtes Blatt, kl. qu. Fol.
Möglich, Friedrich, Maler und Wachsbossirer, der jüngere Bruder des Obigen, war anfangs Friseur, als er aber als solcher an der Wanderschaft 1773 nach Mailand gekommen war, und daselbst den Miniaturmaler Bayer zu bedienen hätte, erwachte sein Trieb zum Zeichnen und Malen mit solcher Stärke, dass er bei Bayer Unterricht nahm. Er machte in kurzer Zeit solche Fortschritte, dass ihm schon in Mailand seine Bildnisse mit sechs Dukaten bezahlt wurden. Im Jahre 1774 lernte er den Medailleur Kraft kennen, und jetzt übte er sich mit solcher Lust im Bossiren, dass ihm fast die Neigung zur Malerei verging. Mittlerweile durchwanderte er wieder als Friseur Italien, und in Rum angelangt, hätte er mit 20 Dukaten des Tags leben sollen. Jetzt warf er Puderbeutel und Kamm von sich, und lebte seitdem ganz der Kunst. Die Freundschaft des bekannten Reifenstein, der ihn Hohen und Niedern zur Arbeit empfahl, war ihm nützlich. Vorzüglich Beifall fanden seine bossirten Bildnisse. Im Jahre 1785 wurde sein Ruf ausgebreitet durch das lebensgrosse Wachsbild des heiligen Bettlers Labre, den er vier Jahre lang
beobachtete, und zum Niessen ähnlich darstellte, wie Füssly sagt.
Drei Monate war der Zudrang zu diesem Kunstwerke gross, und
in Neupel musste er sich durch sechs Mann Wache gegen das
Ungeheure Gedränge sichern. Mehrere seiner Wachsbildnisse wur-
den entwendet; von Bause, C. G. Schulze und I. Guttenberg jene
der Angelica Kaufmann, des Maler Mengs und des Cicerone, I. F.
Reifenstein für Meusel’s neues Museum,
Moyaert, s. Mojaert.
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