Modena , (Mutina) Tommaso da, Maler, und ein ausgezeichneter Künstler des 14. Jahrhunderts, der nicht allein in Venedig , in Modena und zu Treviso sein Andenken erhalten hat, sondern auch in Deutschland mit Ruhm genannt wird. H. v. Quandt (Anmerkung zum Lanzi II. 6.) schreibt ihm einen großen Einfluss zu, den er auf die Ausbildung der Malerei in Deutschland gehabt, wenn er auch nicht für den Gründer der Kunst diesseits der Alpen an- gegeben werden kann, wie der Pater Federici aus Vourliebe in seinen Memorie trevigiane behauptet. Eben so wenig ist er ein Böhme; wie H. v. Mechel in seinem Verzeichnisse der Gemälde des Belvedere in Wien angibt, indem er den lateinischen Namen Mutina mit Muttendorf übersetzte. Mechel las nämlich auf einem Gemälde, das 1775 aus dem Carlstein bei Prag in die k. k. Gallerie nach Wien kam:
Quis opus hoc finxit? Thomas de Mutina pinxit, Quale vides, lector, Rarisini filius auctor.
Aus dieser Inschrift fabricierten v. Mechel und Consorten den Italiener zum Böhmen; Mutina passte ihnen auf Muttersdorf, oder Mutten- dorf, und Rabisini musste auf einen alten adelichen Besitzer des Schlosses Rabi bei Muttendorf deuten. Lanzi sagt indessen, das Wort laute Rarisini, denn der ältere Schriftkundige Garampi be- hauptet, man müsse Barisini lesen, weil dieser Name den anderen so nahe kommt, die, wie entstellt auch, doch von Tommaso’s Vater in Modena und Treviso gefunden werden. P. Federici entdeckte näm- lich, dass jener, Bourasino oder Bizzarrino mit Namen, abgekürzt aus Buzzaccarino, 1315 das Bürgerrecht und Notariat von Treviso erhalten, und seine Familie den Beinamen di Modena angenommen habe. Da also Federici diese Verstümmelung als aktenmäßig er- klärt, so dürfte auch die Einwendung des Tiraboschi gehört werden. Dieser Schriftsteller fand auf Denkmalen die Namen: Tom- maso di Bassino da Modena, und so wie die obigen Wörter der Trevischer Mundart angehören, so könnte nach Tiraboschi in Modena Bassino daraus geworden sein. Als Familienname ist weder Bari- sino, Borisino, noch Buzzaccarino oder Bizzarrino zu betrachten; das vorstehende Wörtchen di deutet immer auf den Namen des Vaters, und derjenige unsers Künstlers sollte somit aus Barisino mehrmals verstümmelt worden sein.
T. da Mutina dürfte nach Lanzi zur Venediger Schule gehören. Er malte im Jahre 1351 zu Venedig zwei heil. Jungfrauen und die heil. Katharina, Bilder, die zu Lanzi’s Zeit in der Gallerie des Edlen Ascanio Molin waren. Von einer heil. Barbara, damals im Besitze des Abt Mauro Boni, behauptet Lanzi, dass es solche Ausdrucke, Colorit und Lieblichkeit sei, dass er es ohne Jahrangabe für weit später gehalten hätte. Tommaso wurde sicher in Venedig zuerst bekannt, und schon 1352 finden wir ihn in Tre- viso mit einem bedeutenden Werke beschäftigt. Er malte hier eine Reihe von vierzig Wandbildern der berühmtesten Männer des Predigerordens, die man im Capitel des Dominikanerklosters sieht,
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