Modena, Cristoforo da. — Modena , Pellegrino da. 337
Viel Aufsehen erregte zu seiner Zeit die bekannte Angabe, wonach Mutina’s berühmtes, aus Carlstein stammendes Bild in der Wiener Galerie, ein Ölgemälde genannt wurde, mit dem ganz willkürlichen Zusatze, es sei im Jahre 1207 verfertigt. (Mochel S. 230.) Auch später fehlte es nicht an Stimmen, und unter den bedeutenden, z. B. Cicognara’s, welche dieser Meinung, dass Mutina in Öl gemalt, vollkommen beitraten. Peter Federico ging indessen gar zu weit, wenn er behauptet, dass Tommaso von Modena, oder von Trevigi, wie er meint, die Ölgemälde aus Italien nach Deutschland gebracht habe, von wo aus sie sich nach seiner Meinung nach Flandern verbreitet hat. Bei der Analyse jenes Bildes, die in Wien von Chemikern vorgenommen wurde, fand man, dass es a tempera, mit feinem Gummi und Eigelb, als Verbindungsmittel der Farbe, gemalt sei. Ähnliche Resultate gaben die chemischen Analysen des Dr. Jos. Bianchi, die er mit Bildern (von 1230 bis 1360 gemalt) voranahm. Entgegengesetzte Erfahrungen behauptet Cicognara gemacht zu haben, indem er ein Bild des Thomas von Modena, welches Abbate Boni in Venedig besass, nicht nur in Öl, sondern ganz in Öl gemalt glaubt. So viel scheint also gewiss, dass chemische Analysen nach dem Verlaufe mehrerer Jahrhunderte, wo die Stoffe vertrocknet, verflogen, oxidirt, die öligen Theile in den Gypsgrund eingedrungen sein können, schwerlich eine ganz zuverlässige Probe abliefern können. Indessen bleibt es wahrscheinlich, dass, bei der unläugbaren Bekanntschafft der Alten mit dem Gebrauche des Öls, dieses schon von Eyck manchmal zum Lasieren und Überziehen der Bilder angewendet worden sei, was auch bei den Werken Mutina’s der Fall sein konnte. (Vergl. Dr. Waagen über Hubert und Johann von Eyck B, 3118, #.) Das glänzende Ansehen des Wiener Bildes, so wie die feine und sorgfältige Bereitung der Farben und die Zartheit des Pinsels in diesem Gemälde (woher auch das schöne Bild in der Domkirche zu Prag ausgezeichnet ist), alles dieses muss wohl jene erste Meinung begünstigt haben. (Vergl. Band XXVII. der Wiener Jahrbücher 1824: Primisser).
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