Mitelli, Agostino

Mitelli, Agostino, Maler, geboren im Bolognesischen 1600, ge- storben 1660. P. Miniati oder G. Ferrantini war sein erster Mei- ster, auch soll er den Unterricht der Carracci genossen haben, Diese lehrten ihn Figuren malen, Mitelli gründete aber später als Perspektivmaler seinen Ruhm. In der Bautenmalerei verdankte er sein Falceta seine Ausbildung, und obwohl auch im figürlichen Fache sehr erfahren, so zugleich jene dennoch vor. Anfänglich half er den beiden Freunden Dentone und Colonna bei ihren Arbeiten in Ravenna , Parma und Modena , und als er von ihnen schied, trat er als selbstständiger Künstler auf. Schon seine ersten Arbei- ten entzückten, nicht weil sie Dentone an Kraft, Gediegenheit und Wahrheit gleichkamen, sondern weil sie eine Lieblichkeit und Anmut hatten, die man noch nie gesehen, und um derenwillen man ihn in der Perspektive als einen Guido begrüsste, So sagt Lanzi, und behauptet ferner, Mitelli habe mit einem gewissen eigenthümlichen Geschmack das Streuge dieser Kunst gemildert, die Profile zarter, die Tinten sanfter gehalten, und in Laubwerk , An- schriften, mit Gold behandelten Arabesken einen Styl eingeführt, der leichte Lieblichkeit athmete. Seine Zierden waren je nach den Gebäuden verschieden gedacht, anders in Kirchen, anders in Sälen, an- ders in Theatern — jeder Zierath hatte seine schickliche Stelle, seinen ge- hörigen Abstand, kurz Alles war so sanft übereinstimmend, dass an der- lei Täuschungen nicht gewöhnte Beschauer gewissermassen an die verzauberten Paläste der Romanzensäuger erinnert wurden. Erste Gefährten Mitelli's waren zwei seiner Mitschüler, Andrea Sighizzi und Gio. Paderna, zuweilen auch der Figurenmaler Ambragi; Namen, die nach Lanzi in der Kunstgeschichte nicht unedel sind, doch einem solchen Genossen nicht gleichkommen. Bloß Colonna schien dazu geboren, sich ihm zu gesellen, wie er auch that, nachdem Dentone gestorben war. Es knüpfte sich zwischen ihnen

„ein Verhältnis, das gleichsam den zweiten Akt im Leben Angelos Miche- lis bildete, das, entstanden aus Wechselachtung und Vor- theil, durch Gewohnheit und wahrhaft freundschaftliche Leistun- gen genährt, 24 Jahre dauerte, bis Mitelli’s Tod es löste. Während dieser Zeit mehrten die beiden Freunde in Bologna die guten Muster der Kunst, und zu ihren berühmtesten Arbeiten gehört die Capelle des Rosenkranzes der Grafen Caprara. Anderwärts, wie in den Palästen Bentivogli und Pepoli, malte er nur Bau- stücke, in anderen Ansichten in Wasserfarben, mit Figuren von seinem Sohne Giosefo. Ausserhalb Bologna wurden Mitelli und Colonna immer zusammengeladen; nach Parma, Modena, Flo- renz von den dortigen Fürsten, nach Genua von den Marchesi Balbi, nach Rom von Card. Spada, dessen grossen Saal sie nach Lanzi gewissermassen noch vergrösserten und verherrlichten durch Blendsäulengänge und kunstreiche Vertiefungen, indem sie auch Treppen anbrachten, worauf viele Figuren in mannichfaltigen und fremden Trachten auf- und abstiegen. Ferner malten sie an Phi- lipp’s IV. Hof drei Zimmer und einen grossen Saal in Madrid, wo Colonna die gepriesene Fabel der Pandora malte. Zwei Jahre weil- ten sie an diesem Hofez es waren die letzten Mitelli’s. In S. Maria della Merced wurden seine irdischen Überreste beigesetzt, Nazzaro Fourte Colonna hat ihm eine Leichenrede gehalten, die 1667 gedruckt wurde, 12. Alle italienischen Schriftsteller rühmen ihn; ausser Lanzi auch Malvasia, Lanzi berührt noch eines Um- standes, den auch Fiorillo aufnahm, weil er die Kunst Mitelli’s noch mehr beleuchtet. Malvasia (11. 414) sagt nämlich, Mitelli habe mehrere Gesichtspunkte angenommen, aber stets denselben Entfernungspunkt beibehalten. Er habe dasjenige gethan, was ein Zuschauer zu thun pflegt, der unbeweglich stehen bleibt, und also die Horizontallinie nicht verändert, aber sich mit dem Kopf nach verschiedenen Seiten hinwendet, was man übrigens schon auf ti- nigen herkulanischen Gemälden wahrnimmt.

Dann hat Mitelli auch in Kupfer radirt, geistreiche Blätter, die theilweise für Handwerker und Verzierungskünstler brauchbar sind,

  1. Eine heil. Familie, nach N. del Abbate,
  2. Die Statue des von Engeln unterstützten St. Philippus Neri in der Sakristei der Väter des OÖratoriums zu Rom, nach Algardi.
  3. Verschiedene Caricaturen, nach St. della Bella, 6 Blätter.
  4. 31 Blätter verschiedene reich verzierte, muschelartige Schil- der, und architektonische, mit Figuren geschmückte Friese, mit dem Titel: I Giochi dello Scacco del corso per le nuzze degl. illustr. Sign. Spinola etc.; dann die Dedication an Fr. Maria Zambeccarri, Agostino Mitelli fec, Bologn. 16306, gr. 8. und 4.
  5. 48 reiche, mit Laubwerk und Figuren verzierte Friese, un- ter dem Titel: Freggi dell’Architettura da Agostino Mitelli pittore. Rossi excud. Schmal fok

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